Trotz offener Fragen: Basler Behörden geben bei Lindan Entwarnung

Das Basler Amt für Umwelt und Energie sowie das Lufthygieneamt geben Entwarnung. Die Belastung der Luft und des Bodens durch den Schadstoff Lindan seien unbedenklich. Gewisse Fragezeichen bleiben allerdings.

Hochhäuser des Konzern Novartis im Hintergrund Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die Belastungen in Teilen Basels durch Lindan, seien keine Gefährdung für die Bevölkerung - sagen die Behörden. Keystone

Nach dem Vorwurf im September, es haben Lindan-Staub in der Basler Luft, haben das Basler Amt für Umwelt und Energie (AUE) und das Lufthygieneamts sowohl die Luft gemessen, als auch Bodenproben genommen. Nun liegt das Resultat vor: Lindan könne zwar im Boden nachgewiesen werden, so schreiben die Behörden, dieses würde aber für die Bevölkerung keine Gefährdung darstellen.

Sand in den Sandkästen wird ausgetauscht

AUE und Lufthygieneamt gehen sogar noch weiter und sagen, die Bevölkerung «sei zu keinem Zeitpunkt» gefährdet gewesen. Darum habe es auch keine Massnahmen gebraucht. Allerdings empfiehlt das AUE der Stadtgärtnerei, der Sand auf Kinderspielplätzen im unteren Kleinbasel und im St. Johann solle ausgetauscht werden. Mit dieser Empfehlung halte sich der Kanton an den für Lindan-Fragen engagierten Experten aus Deutschland, sagt der Leiter des Lufthygieneamts, Andrea von Känel, gegenüber dem «Regionaljournal Basel» von Radio SRF. Der Experte habe seine Erkenntnisse aus den «spärlich vorhandenen Studien zu Lindan, die auf Untersuchungen mit Tieren basieren, abgeleitet», so von Känel.

Messungen weiter führen

Sanierungsarbeiten auf dem Gelände von Novartis hatten die Lindan-Emissionen ausgelöst. Zurzeit hat der Pharmakonzern die Arbeiten unterbrochen. Welche Bedingungen Novartis erfüllen soll, um die Arbeiten weiter zu führen, ist laut von Känel noch unklar: «Das diskutieren wir zur Zeit mit Novartis.» Die Messungen auf dem Gelände des Pharmakonzerns Novartis in Hüningen sollen weiter geführt werden. Auch Novartis selbst führte Messungen durch.

Die Sanierungsarbeiten sind wohl noch lange nicht abgeschlossen. Bis jetzt ist erst rund ein Drittel des verseuchten Bodens abgegraben.