Werbeplachen an Baustellen stören Basler Stadtbild nicht

Der Kanton schützt das Stadtbild von Basel manchmal rigoros. So verbot er Firmenfahnen oder wies Wirte an, ihr Terrassenmobiliar auszuwechseln, um das Stadtbild nicht zu stören. Dass im Gegenzug grosse Werbeplachen bewilligt werden, wundert einige.

Riesige Werbeplache an Hausfassade am Aeschenplatz. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Das nackte Baugerüst hätte nicht zum schönen Basler Stadtbild beigetragen, findet der Kanton. Dieter Kohler/SRF

Der kleine Junge sitzt auf einem Dreirad und schaut hinunter auf den Aeschenplatz. Sein überlebensgross abgebildetes Foto ist auf einer Werbeplache, die die gesamte Fassade eines grossen Hauses ziert. Der Junge wirbt für die Bank, die im Haus drinnen ihr Domizil hat und offenbar gerade umbaut.

Die Plache ist am Baugerüst befestigt und störe das Stadtbild nicht, sagt Daniel Hofer, Sprecher des Basler Baudepartements. Ob man das Baugerüst oder die Werbeplache sehe, mache bezüglich Stadtbild keinen so grossen Unterschied, sagt er. «Deshalb bewilligt der Kanton Werbeplachen an Baustellengerüsten.» Etwas schwieriger wäre es womöglich gewesen, stünde das Haus in einer schutzwürdigen Zone, also in einem schöneren Teil Basels. «Dann hätte die Denkmalpflege beigezogen werden müssen und diese hätte intervenieren können», so Hofer. Ob sie das gemacht hätte, sei aber nicht sicher.

Grosszügig im Grossen und kleinlich im Kleinen?

Dass die grosse Werbeplache am Aeschenplatz problemlos bewilligt wurde, steht zumindest emotional in einer gewissen Diskrepanz zu anderen Entscheiden des Kantons. Dieser schützt das Stadtbild zuweilen rigoros und verbietet deutlich kleinere Eingriffe. Beispiele dafür sind das Claraspital und das Hildegard-Hospiz: Die beiden Spitäler mussten vor drei Jahren Fahnen entfernen, die die Eingänge der Spitäler deutlicher sichtbar machten. Argument war damals das Basler Stadtbild, das durch die Fahnen gestört würde. Auch eine Reederei bekam Probleme wegen ihrer Firmenfahne.

Kleinlich seien solche Entscheid nicht, sagt Hofer: «Ich finde nicht, dass im Kleinen kleinlich und im Grossen grosszügig bewilligt wird.» Der Kanton unterscheide aber zwischen temporären Aushängen, wie eben beispielsweise Werbeplakaten an Baustellengerüsten, und permanenten Einrichtungen wie Fahnen bei Firmen.

Das Thema dürfte Basel weiterhin beschäftigen. Derzeit wird nämlich über die Nutzung des öffentlichen Raums diskutiert. Thema ist dabei auch die Baustellenwerbung.