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Wochengast Renata Gäumann: «Widerstand kommt von der Angst vor dem Fremden»

Renata Gäumann ist in Basel Koordinatorin für das Asylwesen. Das letzte Jahr war für sie ungewöhnlich intensiv. Anwohnerinnen und Quartierbewohner wehrten sich gegen diverse Asylunterkünfte in den Quartieren. Grundsätzlich käme dieser Widerstand von einer Angst vor dem Fremden.

Portrait von Renata Gäumann
Legende: Asylkoordinatorin Renata Gäumann hatte 2012 mit viel Widerstand in den Quartieren zu kämpfen. SRF

Im Moment leben knapp 400 Menschen, die Asyl suchen in Basel. Dazu kommen 200 Menschen, die vorläufig hier aufgenommen sind. Sie leben verteilt in der Stadt an verschiedenen Orten, abhängig von ihrem Status und ihrer Lebensgeschichte. Traumatisierte Asylsuchende und Jugendliche brauchen beispielsweise eine besondere Betreuung. Vorläufig Aufgenommene leben häufig selbstständig.

Angst vor dem Fremden

Renata Gäumann war im letzten Jahr stark gefordert. Es gab in Basel Widerstand gegen Asylunterkünfte, auch gegen das Asylschiff, welches im St. Johann hätte anlegen sollen. Dieser Widerstand komme oft von der Angst vor dem Fremden, dem Anderen. Dazu kommt «ein Unwille, oder die Unfähigkeit, sich mit dem Fremden auseinanderzusetzen.» Es fehle das Interesse.

Diese Menschen haben bei uns keinen Zipfel Heimat.

Fremdsein, sagt Renata Gäumann, wird bei uns oft einseitig betrachtet. Man vergisst oft, dass diese Menschen uns einerseits fremd sind. Andererseits sind diese Menschen hier bei uns auch total fremd. «Sie haben bei uns weder Sprache, noch Kultur, noch die Küche, noch irgendetwas, was ihnen einen Zipfel Heimat gibt, ausser sie schaffen sich diesen selber.»

Es gibt nicht nur Widerstand

Ob die Asylsuchenden sich bei uns wohl fühlen, sei schwierig zu beantworten. Was ihnen in unserem Land aber entgegen schlägt, sei häufig alles andere als eine Einladung, sich wohlzufühlen.

Renata Gäumann betont aber auch, dass es in den Quartieren nicht nur Widerstand gibt gegen Asylsuchende. Zum Beispiel gab es an der Feldbergstrasse auch eine Petition für ein Asylheim. Und im St. Johann-Quartier hat der grösste Teil der Menschen im Quartier nichts gegen das geplante Asylschiff gesagt. «Die lautesten Stimmen tönen immer am lautesten, sie repräsentieren aber nicht immer die Mehrheit.» 

Mit Blick auf das nächste Jahr, ist Renata Gäumann noch nicht klar, was auf den Kanton Basel-Stadt in Sachen Asylwesen zukommt. Im Januar kommen in Bern Gemeinden, Kantona und der Bund zusammen zu einer grossen Asylkonferenz. Bundesrätin Simonetta Sommaruga schlägt grosse Asylzentren vor, auch in Basel. Renata Gäumann hofft, dass dieses neue Verfahren in einem Pilotprojekt getestet wird.

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2 Kommentare

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  • Kommentar von Rut Maggi-Jaun, 4455 Zunzgen
    liebe frau Gäumann, ich hatte bis jetzt keinen Aufruf zur freiwilligen Mithilfe für Flüchtlinge gesehn, oder davon gehört. Ich bin Feldenkraislehrerin und pensionierte Kindergärtnerin, habe also einige Erfahrung im Umgang mit Menschen ganz verschiedener Herkunft. Auf jeden Fall biete ich meine Hilfe an. ich hoffe, dass auch wir in diesem "sicheren" Land begreiffen, wie schwer die Situation für Menschen aus Kriegsländern ist. Mit besten Grüssen rut maggi
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  • Kommentar von Philipp Schneider, Zürich
    "Widerstand kommt vor der Angst vor dem Fremden" ist einfach eine hundsgemeine arrogante Unterstellung. Der Widerstand hat damit zu tun, dass 95% gar keine echten Flüchtlinge die lügen, dass sie um ihr Leben fürchten müssen. Gegen diesen Betrug regt sich Widerstand! Arbeitssuchende unter dem Deckmantel "Ayslant". Die wirklich bitter Armen bleiben zurück. Weiss Frau Gäumann, welche tiefe Verletzungen, Neid, Konflikte Ihr Tun, das verlogene Asylwesen in in den Herkunftsländern verursacht?
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