Roger Zaugg: «Mit Schengen hat sich erstaunlich wenig verändert»

Der Basler Grenzwacht-Kommandant Roger Zaugg zieht eine nüchterne Bilanz nach fünf Jahren Schengen. Er will sich nicht auf ein Urteil einlassen, was besser sei: mobile Kontrollen oder Kontrollen an den Grenzposten.

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Bildlegende: Roger Zaugg, Kommandant der Basler Grenzwache SRF

Die Grenzwacht kontrolliert seit fünf Jahren nicht mehr systematisch an der Grenze, weil das Schengener Abkommen dies verbietet. Dafür sind die Grenzwächter häufiger im Raum hinter der Grenze unterwegs und machen dort mobile Kontrollen.

Dieses Schengener-System ist in der Schweiz ein Politikum. Gehen der Grenzwache dank dem Überraschungseffekt der mobilen Kontrollen dickerere Fische ins Netz? Oder ist das Gegenteil der Fall - und sind Tür und Tor offen für Kriminaltouristen? Darüber streitet die Politik.

Vor diesem Hintergrund ist es überraschend, wie die Schengen-Bilanz von Roger Zaugg, Kommandant der Grenzwache in der Nordwestschweiz, aussieht. «Für meine Leute hat sich viel weniger verändert, als man landläufig annimmt», sagt er gegenüber dem «Regionaljournal Basel» von Radio SRF. Roger Zaugg mag sich auch gar nicht auf ein Urteil einlassen, was besser sei: mobile Kontrollen oder Kontrollen an den Grenzposten.

Gute Zusammenarbeit mit französischen Behörden

Dass es in der Region Basel derzeit viele Einbrüche gibt, hat aus seiner Sicht wenig mit Schengen zu tun. «Da spielen auch andere Faktoren eine Rolle: Generell gilt, dass alle Leute mobiler geworden sind, auch jene, die mit unlauteren Absichten in die Schweiz kommen.»

Wenn das Leben ein Wunschprogramm wäre, hätte Roger Zaugg gern mehr Personal zur Verfügung. Damit könnten sie mehr Kontrollen durchführen und mehr Delinquenten überführen. Wenn die nachfolgenden Stellen, die Polizei oder die juristischen Behörden jedoch nicht auch aufgestockt würden, bringe dies nichts. Und so setzt Roger Zaugg weiterhin auf die flexible und genaue Arbeit seiner Mitarbeiterinnen.