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20 Jahre Renaturierungsfonds 1000 Projekte wurden in Bern realisiert – dank Kompromissen

Die naturnahe Gestaltung eines Flusses im Kanton Bern kommt nur zustande, wenn alle Beteiligten einen Mehrwert haben.

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Legende: Im Fraubrunnenmoos – früher ein artenreiches Feuchtgebiet – entstanden durch die Renaturierung wieder Tümpel und Teiche. ZVG/Kanton Bern

Auengebiete aufgewertet, Flussläufe korrigiert, neue Tümpel, Teiche und Totholzinseln geschaffen – rund 1000 Projekte hat der Berner Renaturierungsfonds in den letzten 20 Jahren umgesetzt. Eines der grossen Projekte im Moment ist jenes an der Alten Aare bei Dotzigen im Seeland.

Die Alte Aare bei Dotzigen im Seeland.
Legende: SRF

Bis 2019 werden hier 22 Millionen Franken verbaut. Der Fluss erhält mehr Raum, wird naturnaher gestaltet und mit diversen Bauten wird die Umgebung besser vor Hochwasser geschützt.

Kompromisse müssen sein

Etwas ziehe sich wie ein roter Faden durch seine Arbeit, sagt Willy Müller, Geschäftsleiter des Renaturierungsfonds. Die Suche nach Kompromissen: «Jedes Stück Land gehört irgendjemandem. Da muss man viel mit den Leuten reden, um sie von unserer Arbeit zu überzeugen. »

Deshalb versuchen Willy Müller und seine Leute, grössere Projekt zu realisieren. Über das Ganze gesehen gebe es so vielleicht eine Verbesserung in Sachen Renaturierung, «auch wenn halt bei einem Abschnitt des Flusses die Ökologie zu kurz kommt».

Der Berner Renaturierungsfonds

1997 stimmte das Berner Stimmvolk einem Volksvorschlag des Bernisch Kantonalen Fischerei-Verbandes und Pro Natura zur Schaffung eines Renaturierungsfonds zu. In den letzten 20 Jahren wurden 60 Millionen Franken in rund 1000 Projekte investiert. Gespeist wird der Fonds durch zehn Prozent der Abgaben aus der Wassernutzung. Dieses Jahr sind dies 4,5 Millionen Franken.

Die Finanzierung eines Projekts wird für viele Gemeinden zum Stolperstein – auch wenn der Berner Renaturierungsfonds mit Kanton und Bund einen Grossteil der Kosten übernimmt. «Schon ein paar zehntausend Franken sind für die Gemeinden viel Geld», sagt Willy Müller vom Berner Renaturierungsfonds.

Der Fluss Jäunli in der Gemeinde Saanen.
Legende: zvg/Renaturierungsfonds Kanton Bern

Bei diesem Projekt beim Fluss Jäunli in der Gemeinde Saanen zum Beispiel wurde eine Sperre abgebaut, damit die Fische wieder traversieren können. Die Gemeinde musste nur gut ein Drittel der Kosten übernehmen. «Der Renaturierungsfonds kann also ein Projekt zum Fliegen bringen», so Müller. Denn häufig sei es schon so: «Die Gemeinden sagen, wenn wir nicht viel zahlen müssen, stimmen wir dem Projekt zu.»

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