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Raumplanung im Wallis Abstimmungsplakat sorgt für rote Köpfe

«Total daneben», «beschämend», «höchst bedenklich»: Im Wallis sorgt ein Abstimmungsplakat für Unverständnis.

Wahlplakat mit verlassenem Mädchen.
Legende: Dieses Plakat schockiert viele Politiker, selbst Gegner des Raumplanungsgesetzes. Silvia Graber/SRF

Am 21. Mai stimmen die Walliser Stimmbürger über das kantonale Ausführungsgesetz zum eidgenössischen Raumplanungsgesetz ab. Im Abstimmungskampf wird mit harten Bandagen gekämpft. Für viel Aufsehen und grosses Unverständnis sorgt das Plakat der Vereinigung zur Verteidigung der Eigentumsrechte ADIP.

Es zeigt ein kleines Mädchen, welches im strömenden Regen am Strassenrand sitzt, daneben ein Teddybär und ein Koffer. Das Plakat trägt den Titel «Papa hat Schluss gemacht» und wirbt für ein Nein zum kantonalen Raumplanungsgesetz. Die Botschaft sei klar, sagt Narcisse Pannatier von der ADIP.

Wir befürchten, dass bei einem Ja zum kantonalen Raumplanungsgesetz die Suizidrate steigt.
Autor: Narcisse PannatierPräsident ADIP

Pannatier sagt, die Suizidrate sei im Wallis seit der Annahme der Zweitwohnungsinitiative und des eidgenössischen Raumplanungsgesetzes massiv angestiegen. Gemäss einer Statistik der Kantonspolizei Wallis, Link öffnet in einem neuen Fenster wurden im Jahr 2011 48 Suizide gemeldet, im Jahr 2016 waren es 85. Die Zweitwohnungsinitiative wurde im Frühling 2012 vom Schweizer Stimmvolk angenommen.

Dieses Plakat ist völlig daneben.
Autor: Lukas JägerSVP-Grossrat

Politiker von links bis rechts distanzieren sich von der Argumentation und dem Plakat der Vereinigung ADIP. SVP-Grossrat Lukas Jäger sagt: «Ich bin auch gegen das kantonale Raumplanungsgesetz. Aber dieses Plakat ist völlig daneben.» Genauso sieht dies Reinhold Schnyder von der SP: «Mit diesem Plakat werden möglicherweise Menschen zu einem Suizid motiviert.»

Auch die Organisation zur Suizid-Prävention distanziert sich vom Plakat und bezeichnet es als respektlos gegenüber den Angehörigen.

16 Kommentare

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  • Kommentar von Hanspeter Müller (HPMüller)
    Auch wenn die Suizidrate angestiegen ist, ist der grosse Sprung doch erst 2016. Ein Zusammenhang zwischen der Suizidrate und der Initiative von 2012 ist statistisch gesehen nicht grösser als mit der Fussball WM in Brasilien, dem Tod von Nelson Mandela oder der Ebola Epidemie. Das ist billige Stimmungsmache von der Inhaberin eines Immobiliengeschäftes auf Kosten von kranken Menschen und ihren Angehörigen.
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  • Kommentar von M. Roe (M. Roe)
    Ich glaube nicht, dass das Raumplanungsgesetz negative Folgen für das Wallis haben würde.Was das Wallis aber tun sollte, ist unabhängiger von andern Kantonen zu werden. Die meisten guten jungen Leute scheinen aus dem Wallis auszuwandern in die benachbarten Kantone.So kann eine Bevölkerung nicht unabhängig werden.Man muss den jungen Menschen verantwortungsvolle +gegenüber Nachbarn konkurenzfähige "Geschäfte" ermöglichen.Das heisst, das Wallis modernisieren "es braucht nicht mehr, sondern anders"!
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  • Kommentar von René Balli (René Balli)
    Auch wenn das Plakat daneben und geschmacklos ist, ich würde es lassen, es ist ehrlich und verrät viel über die Urheber. Alles korrigieren und in eine konforme Schublade zwängen ist eigentlich nicht die Idee einer freien Demokratie! Solange niemandem ein direkter Schaden zugeführt wird, soll jeder sein Plakat in die Luft strecken dürfen und seine, auch nicht konforme Meinung, zeigen dürfen. Das sage ich, obwohl ich wohlgemerkt, überhaupt nicht der Meinung der Initianden des Plakates bin.
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