Adelboden will mehr sanierte Ferienwohnungen auf dem Markt

Viele Ferienwohnungen in Adelboden sind renovationsbedürftig. Dies hat zur Folge, dass es zu gewissen Zeiten zu wenige Ferienwohnungen mit einem hohen Qualitätsstandard hat. Die Gemeinde will das mit gezielten Sanierungen ändern. Auch das einheimische Gewerbe würde profitieren.

Blick auf das Dorf Adelboden. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Adelboden will dank Sanierungen weniger leerstehende Ferienwohnungen. Keystone

Die Gemeinde Adelboden will die vorhandenen und zum Teil leerstehenden Ferienwohnungen besser nutzen. Zu diesem Zweck bietet sie interessierten Zweitwohnungsbesitzern ein umfassendes Servicepaket an.

Die Liegenschaftsbesitzer sollen dabei motiviert werden, ihr Ferienhaus vom einheimischen Gewerbe sanieren zu lassen und anschliessend für die Vermietung freizugeben. Die Besitzer würden von der Hilfe bei der Bauplanung, der Finanzierung, der Baubegleitung bis zur Gästebetreuung profitieren.

Mit dieser Aktion verfolgt die Gemeinde zwei Ziele:

  • Einerseits soll das einheimische Gewerbe wieder mehr Aufträge erhalten, die es nach der Annahme der Zweitwohnungsiniative verloren hat.
  • Andererseits soll das Angebot an Ferienwohnungen mit einem gehobenen Standard vergrössert werden und so sollen mehr Touristen angezogen werden.

«Wir brauchen Wohnungen mit gehobenem Standard»

Für Tourismusdirektor Urs Pfenninger ist klar, dass die Feriendestination Adelboden zwar genügend Ferienwohnungen im Zwei-oder Dreisternebereich hat, nicht aber im gehobenen Segment. «Wenn wir die Gästezahlen halten und auch die wohlhabenderen Schweizer Gäste in unserer Region haben wollen, kommen wir nicht darum herum, auch Ferienwohnungen mit einem gehobenen Standard anbieten zu können», sagt Pfenninger.

Ob Adelboden wirklich mehr Ferienwohnungen im Luxussegment braucht, sei nicht klar, sagt Monika Bandi, Leiterin der Forschungsstelle für Tourismus der Universität Bern. Adelboden werde nicht unbedingt als Luxusdestination bezeichnet wie Gstaad. «Und die Gemeinde muss sich bewusst sein, dass diese Wohnungen die Hotellerie konkurrenzieren. Aber ein Hotelgast gibt mehr Geld aus und hat damit eine grössere Wertschöpfung als ein Gast in einer Ferienwohnung.»

«  Adelboden muss sich bewusst sein, was das neue Konzept für die anderen Unterbringungsformen bedeutet. »

Monika Bandi
Forschungsstelle für Tourismus, Uni Bern

Laut Monika Bandi ist ein Zweitwohnungsbesitzer selten bereit, seine Wohnung zu vermieten. Heinrich Summermatter, Präsident der Allianz der Zweitwohnungsbesitzer in der Schweiz, ist überzeugt, dass diese die Chance packen werden: «Da Zweitwohnungsbesitzer die Sanierung ihrer Ferienwohnung ja steuerlich geltend machen können, wird dies die Bereitschaft erhöhen, eine Sanierung ins Auge zu fassen.»