Ältere Walliser sollen länger daheim bleiben

Der Kanton Wallis will mehr Geld in Kurzaufenthaltsbetten und in die Spitex investieren. Dafür gibt es kaum zusätzliche Mittel für Altersheime.

Pflegerin pflegt eine ältere Frau Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Pflegende werden in Zukunft ältere Personen vermehrt zu Hause betreuen. Keystone (Symbolbild)

Die Walliser Gesundheitsdirektorin Esther Waeber-Kalbermatten hat am Montag die Langzeitpflegeplanung für die nächsten vier Jahre vorgestellt. Die Staatsrätin legt den Schwerpunkt auf die Betreuung zu Hause: Angebote, die pflegende Angehörige unterstützen, sollen deshalb stark ausgebaut werden. Dies wird ab 2020 etwa 23 Millionen Franken Mehrkosten pro Jahr verursachen.

Für Pflegeheime gibt es dagegen nur wenig neue Mittel. Für die Oberwalliser Altersheime sind bis 2020 beispielsweise nur gerade 17 zusätzliche Betten vorgesehen. Die Kantonsregierung ist nach einer Bedarfsabklärung überzeugt, dass das ausreicht - trotz der demografischen Entwicklung. Vorausgesetzt, der Anteil der Heimbewohnerinnen, die nur wenig oder keine Pflege benötigen, wird reduziert.

«Auf diese Weise können wir im ganzen Wallis 150 zusätzliche Betten in Pflegeheimen freimachen», sagte Esther Waeber-Kalbermatten am Montag in Sitten. Der Kanton will zudem das Angebot für ältere Menschen besser koordinieren.

So soll eine kantonale Warteliste für Pflegebetten geschaffen werden. Das Gesundheitsdepartement will auch dafür sorgen, dass Kurzaufenthaltsbetten und Tagesstrukturen besser ausgelastet werden. Der Vorschlag der Kantonsregierung geht bis im November in die Vernehmlassung.