Beatrice Simon: ASP-Sparpaket offenbar nicht so daneben

Das 490 Millionen Franken schwere bernische Sparpaket ASP ist wohl nicht ganz falsch. So reagiert die Finanzdirektorin auf die Beurteilung des Berner Uni-Professors Reto Steiner.

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Bildlegende: Die bernische Finanzdirektorin Beatrice Simon Keystone

Das ASP-Sparprogramm, über das der bernische Grosse Rat im November debattiert, ist gesamthaft einigermassen ausgewogen, sagte der Berner Uni-Professor Reto Steiner als Gast im «SRF-Regionaljournal Bern Freiburg Wallis». Es holt zusätzliche Steuereinnahmen, reduziert die Kantonsbeiträge in vielen Bereichen, fordert vorab das Personal, die Bildung und die Alters- und Behindertenheime - und entlastet den Kanton vorerst um 490 Millionen Franken.

Für Reto Steiner sind die Kürzungen in der Bildung vertretbar und im Sozial-, Alters- und Behindertenbereich sehr schwierig. Von der Zentralverwaltung erwartet der ehemalige EVP-Grossrat eine sichtbarere Anstrengung, Aufgaben zu vereinfachen und zu beschleunigen.

Und - Kirche, Landwirtschaft und öffentlicher Verkehr seien zudem vorerst Tabu-Themen geblieben, von denen der Kanton die Finger gelassen habe.

Finanzdirektorin teilt die Einschätzung der Wissenschaft

Die bernische Regierungsrätin Beatrice Simon kann mit dieser Auslegeordnung gut leben. «Ich bin froh, dass das ASP-Programm auch für die Wissenschaft nicht völlig daneben ist» reagiert sie. Dass man nicht darum herumkommt, gelegentlich auch die 70 Millionen ins Auge zu fassen, die der Staat Bern unter anderem für 440 Pfarrerstellen ausgibt, räumt sie ein. Beim öV stellt sich die Finanzdirektorin auf den Standpunkt, er sei nicht zu teuer und damit bestehe auch kein Zwang zum Abbau.