Berner «Wohlstandsindex»: Attraktiver Kanton, aber hohe Steuern

Seit 2012 misst der Kanton Bern seinen Wohlstand mit einem Index. Der Wohlstandsindex 2016 zeigt: Bern ist überdurchschnittlich attraktiv, trotz hoher Steuern und vielen Sozialhilfebezügern.

Grosse Wohnblöcke hinter einer grünen Wiese. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die Gäbelbach-Siedlung in Bern dürfte kaum Schuld daran sein, dass der Kanton Bern einen hohen Bodenverbrauch aufweist. Keystone

Der Wohlstandsindex ergänzt das Bruttoinlandprodukt (BIP) und erlaubt Aussagen über den Wohlstand auf kantonaler Ebene. Er vergleicht anhand vier ausgewählter Indikatoren den Kanton Bern mit dem Schweizer Durchschnitt:

  • Bei der Attraktivität schneidet der Kanton Bern überdurchschnittlich gut ab – ausser bei den Steuern. Dennoch ist das frei verfügbare Einkommen grösser als im Schweizer Durchschnitt.
  • Bei der Stärke liegen die Werte des Kantons Bern für das BIP pro Kopf im Schweizer Durchschnitt, die Bevölkerung ist dafür überdurchschnittlich gut ausgebildet.
  • Bei den Ressourcen liegt die öffentliche Verschuldung unter dem Schweizer Durchschnitt, die Abfallmenge nur leicht darüber. Auch weist Bern einen überdurchschnittlich hohen Bodenverbrauch auf.
  • Bei der Stabilität schneidet der Kanton Bern sowohl bei der Sozialhilfequote, die deutlich über dem Schweizer Durchschnitt liegt, als auch bei der Demografie unterdurchschnittlich ab. Dafür ist die Arbeitslosenquote tiefer.

Ungünstige Demografie

Im Vergleich zu den letztjährigen Ergebnissen verbesserte sich die wirtschaftliche Stärke des Kantons Bern. «Vor allem im Gesundheitswesen und anderen Dienstleistungsbereichen konnten wir zulegen», kommentiert Daniel Bhend vom Amt Berner Wirtschaft beco.

Die Stabilität nahm hingegen leicht ab: «Das ist nicht nur ein Berner Problem; die Arbeitslosigkeit ist allgemein höher, auch die Sozialhilfequote», so Daniel Bhend. Ausserdem habe Bern viele junge und alte Einwohnerinnen und Einwohner – und entsprechend weniger im erwerbsfähigen Alter.

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