Bewilligung für Bauprojekt im geschützten Moor

Bagger im Wachseldornmoos ob Thun - geht das? Ja, sagt der Regierungsstatthalter und bewilligt ein Bauprojekt, das dem Naturschutz dienen soll. Trotzdem gibt es Gegner - auch aus Naturschutzkreisen.

Naturlandschaft mit Holzhütten Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Der Kanton Bern will die Holzhütten und den Weg verlegen. zvg

Der Kanton Bern will, dass das Wachseldornmoos im Osten von Thun auf natürliche Weise weiterwachsen kann. Damit dies geschieht, sollen vier denkmalgeschützte Torfhütten und ein Wanderweg verlegt werden. Der Thuner Regierungsstatthalter hat dafür grünes Licht gegeben.

Bis anhin unterteilte ein von Wanderern, Bikern, Reitern und Langläufern genutzter Weg geschützten die Flach- und Hochmoorflächen. Damit der Wasseraustausch zwischen den Moorteilen besser wird, soll der Wanderweg nun auf einer Länge von 420 Metern an den Rand des Gebiets verlegt werden.

«  Die Natur profitiert. »

Thomas Leu
Abteilung Naturförderung, Kanton Bern

Bis in die Mitte des vergangenen Jahrhunderts wurde in der Gegend Torf gestochen. Davon zeugen vier noch erhaltene und denkmalgeschützte Torfhütten. Sie sollen an einen trockeneren Standort verlegt werden. Der Energieversorger Energie Thun unterstützt das Projekt mit namhaften Beiträgen.

Mehr Besucher befürchtet

Das Vorhaben der kantonalen Naturförderung stiess unter anderem bei Einheimischen auf gewissen Widerstand. Das Projekt wurde als unverhältnismässig kritisiert. Ruedi Schmid, der als ehrenamtlicher Naturschutzaufseher im Einsatz war, befürchtet zudem einen grossen Andrang von Besuchern. «Es werden immer mehr Leute kommen», mein Schmid. «Die Wanderer und Reiter hinterlassen viel Abfall – das ist nicht schön.»

Insgesamt gingen vier Einsprachen gegen das Vorhaben ein. Diese hat der Thuner Regierungsstatthalter Marc Fritschi nun abgelehnt und die Baubewilligung erteilt. Die Bauherrschaft konnte aber laut Fritschi darlegen, dass dieser Projektteil den Zustand des Hoch- und Flachmoors verbessern wird.

Thomas Leu von der Abteilung für Naturförderung des Kantons Bern rechnet nicht mit mehr Besuchern. «Durch die Verlegung des Weges kann sich das Moor regenerieren, die Natur profitiert.»