Bringen längere Öffnungszeiten in Bern mehr Ruhe?

Seit einigen Wochen können sechs Lokale in der Berner Aarbergergasse die Gäste auf der Gasse länger bewirten. In einem Pilotbetrieb dürfen diese Bars und Restaurants bis zwei Uhr in der Nacht ausschenken. Die Betreiber sagen, der Lärm in der Ausgehmeile habe abgenommen.

Bis um zwei Uhr morgens in der Gassenbeiz sitzen bleiben, das ist in der Berner Aarbergergasse seit August möglich. Sechs Lokale machen mit beim Versuchsbetrieb mit längeren Öffnungszeiten.

Eines ist das Restaurant Nord-Süd. Die Erfahrungen seien gut, sagt Hasan Fehimli, der Chef des Lokals: «Ich bin sehr zufrieden mit den längeren Öffnungszeiten. Auch die Rückmeldungen der Gäste sind positiv.»

«Stehen die Leute herum, gibt es mehr Lärm»

Der ausgedehnte Betrieb auf der Strasse habe nicht etwa mehr Lärm gebracht, es sei das Gegenteil eingetreten: «Ich beobachte, dass es weniger Lärm gibt. Die Leute sitzen an den Tischen und beschäftigten sich miteinander.» Wenn die Leute in der Gasse herumstünden, dann gebe es mehr Lärm, so Fehimli. Ähnliches hätten ihm auch die anderen Lokale im Pilotbetrieb gemeldet. Fehimli ist für die Behörden die Ansprechperson unter den Wirten.

Dass die längeren Öffnungszeiten vielleicht gar mehr Ruhe bringen in der lauten und betriebsamen Aarbergergasse, kann Regierungsstatthalter Christoph Lerch zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen. Bisher habe er aber noch keine Lärmklagen und Beschwerden erhalten. «Keine Neuigkeiten sind in dem Fall gute Neuigkeiten. Das heisst, der Pilotbetrieb läuft bisher nicht schlecht.» Und die Berner Kantonspolizei lässt verlauten, der Lärm habe in den letzten Wochen «zumindest nicht zugenommen.»

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