Das «System Droz»

Das Eidgenössische Politische Departement (EPD) galt in der jungen Eidgenossenschaft als das wichtigste. Ihm kam die Rolle eines Präsidialdepartements zu.

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Bildlegende: Numa Droz, Bundesrat 1875-1892 Universität Neuenburg

Das EPD war für die Aussenpolitik und die Aufrechterhaltung von Ruhe und Ordnung im Innern zuständig. Dadurch hatte es den Charakter eines Präsidialdepartements. Dementsprechend war das Bundespräsidium an den EPD-Vorsitz gebunden. Da von Beginn an feststand, dass das Amt des Bundespräsidenten jeweils nur für ein Jahr bekleidet werden kann, bekam das EPD jährlich einen neuen Vorsteher. Dieser Wechsel führte oftmals auch zu weiteren kleineren und grösseren Rochaden unter den Departementsvorstehern. Bundesrat Friedrich Hertenstein durchbrach 1888 diesen Kreislauf: Er wollte in seinem Präsidialjahr Vorsteher des Militärdepartementes bleiben. Aufgrund dessen blieb der Neuenburger Bundesrat Numa Droz über mehrere Jahre hinweg an der Spitze des EPD. Nach dessen Rücktritt kam ab 1897 bis 1914 die alte Regelung nochmals zum Zuge. Seither gilt jedoch das «System Droz»: Das Bundespräsidium ist nicht an den Vorsitz eines bestimmten Departementes gebunden.