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Darf man nach Adelboden kommen oder nicht?
Aus Regionaljournal Bern Freiburg Wallis vom 09.04.2020.
abspielen. Laufzeit 10:18 Minuten.
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Corona-Übersicht Kanton BE Dilemma: Trotz Corona in die Ferienwohnung?

  • In der Stadt Bern ist jeder 5. Betrieb geschlossen.
  • Die Arbeitslosenquote stieg im März deutlich.
  • Im Kanton Bern sind derzeit 117 Personen mit einer Corona-Erkrankung im Spital, davon 36 auf einer Intensivstation. 38 Infizierte sind gestorben. (Stand 9.4.2020)

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Donnerstag, 9. April, Dilemma für die Tourismusdestinationen: Adelboden hat einen hohen Zweitwohnungsanteil. Man könne den Besitzern nicht verbieten, über Ostern dort zu sein, heisst es von der Gemeinde. Man ist finanziell auf diese angewiesen. Wer sich an die Regeln hält, sei willkommen.

Für Tagestouristinnen und -touristen ist die Situation eine andere. «Träumen Sie jetzt, kommen Sie später», das ist die Devise.

Jeder 5. Betrieb in Bern zu: Seit der Ausrufung der ausserordentlichen Lage durch den Bund sind in der Stadt Bern 2963 Betriebe mit 18'966 Angestellten geschlossen. Dies entspricht rund 20 Prozent aller Betriebe sowie 10 Prozent aller Beschäftigen. Diese Zahlen gab die Stadt Bern am Donnerstag bekannt. Im Vergleich zum nationalen Mittel und auch zum Kanton Bern liegt die Stadt Bern bei den Werten zu den Betrieben (20,3 Prozent) etwas höher, im Vergleich zu anderen grösseren Städten im Mittelfeld.

Mittwoch, 8. April, Immer mehr Leute gehen derzeit in den Wald: Läden, Museen und Kinos sind geschlossen – immer mehr Leute zieht es hinaus, in die Wälder. Diese sind bei der Burgergemeinde Bern uneingeschränkt offen, was man spürt, sagt Forstmeister Stefan Flückiger: «Viele Leute, die sonst nicht im Wald unterwegs sind, sind nun länger dort.» Leute mit Hunden oder ältere Menschen, die im Wald spatzieren, seien immer noch zu sehen. Hinzu kämen aber deutlich mehr Familien mit Kindern, die mehr Zeit im Wald verbringen, so Flückiger. Er sieht die Coronazeit als Chance, den Wald neu zu entdecken. «Viele sehen erst jetzt das Ausmass der Schäden von Stürmen oder der Trockenheit.»

Dienstag, 7. April, Mehr Arbeitslose: Die Massnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus haben im Kanton Bern direkt auf die Arbeitslosenzahlen durchgeschlagen. Die Arbeitslosenquote stieg im März deutlich von 2.0 auf 2.2 Prozent an.

Insgesamt waren im Kanton Bern im März 12‘649 Personen ohne Arbeit. Das sind 1471 Personen mehr als im Vormonat, wie die bernische Wirtschafts-, Energie- und Umweltdirektion am Dienstag mitteilte.

Normalerweise sinkt die Zahl der Arbeitslosen im Frühjahr, wenn namentlich das Baugewerbe wieder mehr Leute braucht als im Winter. Die Corona-Krise führte nun aber praktisch in der gesamten Wirtschaft zu steigenden Arbeitslosenzahlen. Besonders betroffen waren diejenigen Branchen, die ihren Betrieb ganz einstellen mussten, allen voran das Gastgewerbe.

Immer mehr Tests: Der Ansturm auf das Drive-in Corona-Testcenter in Bern ist ungebrochen. Nun hat der Kanton die Kapazität auf 500 Tests pro Tag erhöht.

Es ist das erste Drive-in Corona-Testzentrum für Personen ausserhalb der Risikogruppen. Am vergangenen Donnerstag wurde es in Betrieb genommen.

Bis am Dienstag liessen sich 507 Personen testen, wie das kantonale Führungsorgan am Dienstag mitteilte. Von anfänglich 200 bis 300 Tests pro Tag wurde die Kapazität nun auf 500 Tests erhöht.

Kommen Corona-Patienten in Kaserne? Das Kantonale Führungsorgan prüft mit dem Zivilschutz und der Armee, ob allenfalls in Kasernen zusätzliche Normalpflegebetten eingerichtet werden können. Das steht in einer Mitteilung des Kantons.

Man habe die Erfahrungen anderer Länder und dem Tessin ausgewertet, wird Fritz Nyffeneger, Amtsvorsteher des Spitalamts, zitiert. Eine grosse Unbekannte bleibe bestehen, ergänzt Fritz Nyffenegger, denn niemand könne vorhersagen, wie viele Personen das Coronavirus in sich tragen und auf einen Spitalplatz angewiesen sein könnten.

So arbeiten die Leute des Kantons während der Krise: Seit Ausbruch der Krise ist das Kantonale Führungsorgan KFO des Kantons Bern im Einsatz. Am Dienstag haben die Verantwortlichen einen Einblick in ihre Tätigkeit gegeben.

Schutzmaterialbeschaffung in Fernost, Betrieb der Hotline, Information der Bevölkerung, sowie Unterstützung beim Aufbau von Testzentren und der Steuerung des Personaleinsatzes: Die Aufgaben seien vielfältig, teilte das KFO mit.

Das KFO unterstützt den Regierungsrat in enger Zusammenarbeit bei der Bewältigung der Krise. Es koordiniert die eingesetzten Mittel und definiert die umzusetzenden Massnahmen. Zu diesem Zweck kann es Fachleute und Ressourcen aus der kantonalen Verwaltung anfordern und einsetzen sowie auf Stufe Kanton Aufträge erteilen.

Schlechte Zeiten für Osterhasen: Die Osterzeit ist wichtig für Confiserien und Konditoreien. Heuer sind sie froh, wenn sie ein paar Hasen verkaufen. Ein Berner Schoggimacher erzählt.

Montag, 6. April, Obdachlose in Pfadiheim: Die Bieler Pfadfinder stellen während der Corona-Pandemie ihr Vereinslokal für Obdachlose Menschen zur Verfügung. Grund dafür ist, dass die Gassenküche und die Notschlafstelle ihre Plätze wegen der Ansteckungsgefahr reduzieren mussten. Etwa 25 Obdachlose waren von diesen Massnahmen betroffen, wie die Stadt Biel mitteilte.

Corona und der wohl abgelegenste Ort des Kantons Bern: In Abländschen scheinen die Menschen anders mit der Krise umzugehen. Sie kennen keine Hektik und sind sich Hamsterkäufe gewohnt. Eine Reportage im 30-Seelen-Dorf Abländschen:

Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga im Berner Jura: Sommaruga hat am Montagnachmittag verschiedene Firmen im Berner Jura besucht. In Vallbirse machte sie Halt beim Mikrotechnik-Unternehmen Affolter. Ihr sei der Austausch mit den betroffenen Firmen und Mitarbeitern wichtig, sagte Sommaruga am anschliessenden Point de Presse. Sie wolle sehen, wie sich die ausserordentliche Situation auswirke. Sie glaube, dass die ergriffenen Massnahmen des Bundesrates den Firmen helfe. Mit den Kantonen und den Firmen sollen für die kommenden Wochen Perspektiven erarbeitet werden.

«Polizisten müssen ein Risiko eingehen»: Philippe Müller, der Bernische Sicherheitsdirektor hat eine erste Bilanz gezogen. An Homeoffice sei bei der Polizei kaum zu denken und auch bei den Abstandsregeln wird es schwierig, sagt der zuständige Regerierungsrat Philippe Müller: Die Polizistinnen und Polizisten hätten Schutzmasken, Handschuhe und Desinfektionmittel dabei. Die Masken trage man aber nicht die ganze Zeit.

Im Polizeiauto könne die Abstandsregel nicht eingehalten werden: «Es gehört zum Job des Polizisten, dass man gewisse Risiken eingehen muss», so Müller. Auch bei einer Anhaltung komme man einer Person sehr nahe. Derzeit seien deutlich mehr Patrouillen unterwegs, um die Abstandsregeln in der Bevölkerung durchzusetzen. Auf der anderen Seite wurden Aufgaben zum Beispiel bei der Verkehrspolizei zurückgefahren.

Man versuche aber, möglichst wenig Überstunden zu machen, damit man in jeder Situation genügend Polizistinnen und Polizisten zur Verfügung habe.

«Test» der Musikschulen auf dem Balkon: Schülerinnen und Schüler der Musikschulen im Kanton Bern haben am Sonntagabend vorgespielt, was sie trotz Corona-Fernunterricht gelernt haben. Die Aktion wurde vom Verband bernischer Musikschulen (VBMS) auf die Beine gestellt. So haben die Schülerinnen und Schüler in einer koordinierten Aktion ihrer Nachbarschaft ein Ständchen gespielt. Verbandspräsidentin Nicola von Greyer ist sich sicher: «Die 28 Musikschulen im ganzen Kanton werden die Corona-Krise zu spüren bekommen.»

Sonntag, 5. April, Seit zwei Monaten mit Corona beschäftigt – ein Gespräch mit Kantonsärztin Linda Nartey: Es seien wehr intensive Monate gewesen, sagt Nartey: «Es gab abzuklären, wann und wie das System hochgefahren werden kann. Es ist eine spannende und herausfordernde Situation, die wir nicht alle Jahre erleben.» Das Gespräch zum Nachhören:

Samstag, 4. April, 55 Asylsuchende unter Quarantäne: Der Kanton Bern musste die Kollektivunterkunft Halenbrücke bei Herrenschwanden unter Quarantäne stellen. Ein Asylsuchender wurde am Donnerstagabend positiv auf das Coronavirus getestet. Von der Quarantäne betroffen sind 55 Personen.

Der positiv getestete Asylsuchende und seine Frau wurden umgehend isoliert, in einem Zimmer mit separater Toilette und Dusche. Die anderen Personen in der Kollektivunterkunft müssen nun regelmässig ihren Gesundheitszustand überprüfen, wie Markus Aeschlimann, der Leiter des kantonalen Amts für Bevölkerungsdienste gegenüber Radio SRF erklärt. Auch das betroffene Personal muss sich regelmässig überprüfen lassen.

Die Quarantäne in der Asylunterkunft in Herrenschwanden dauert vorerst bis am 10. April.

Die Zahlen steigen weiter: Wie der Kanton Bern am Samstag auf seiner Coronavirus-Internetseite mitteilte, befanden sich am Samstagmorgen 113 mit dem Coronavirus infizierte Personen im Spital – vier mehr als am Freitagmorgen. 35 der Hospitalisierten liegen auf der Intensivstation (fünf mehr als am Vortag); 28 dieser 35 Personen werden beatmet.

Regionaljournal Bern Freiburg Wallis, diverse Sendungen ab 16.03.2020, 17:30 Uhr; sda/pret;gygm;liec;kocm;vwam;marl;andj;haee

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