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Wie ein Berner Blumenladen zum Gemüseladen wurde und die Blumen «auf Distanz» verkauft
Aus Regionaljournal Bern Freiburg Wallis vom 31.03.2020.
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Corona-Übersicht Kanton BE Keine Geranien- und Wildpflanzenmärkte in Bern

  • Die traditionellen Berner Pflanzenmärkte sind abgesagt.
  • Das Berner Stadtfest ist um ein Jahr verschoben worden – auf Juni 2021.
  • Ein mobiles Testcenter steht seit Montagnachmittag auf dem BEA-Gelände im Einsatz.
  • 7000 Berner Selbstständige beantragen Entschädigung, es werden laufend mehr.
  • Der Kanton Bern zählt 826 Corona-Fälle, das sind 28 mehr als noch am Sonntag. 13 Personen sind bisher am Virus gestorben. (Stand 30.03.2020)

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Dienstag, 31. März, Berner Blumenmärkte abgesagt: Es gibt keinen «Bärner Graniummärit» dieses Jahr, er hätte am 23./24. April stattfinden sollen. Die Veranstalter rufen dazu auf, Pflanzen online zu bestellen und nach Hause liefern zu lassen. Abgesagt sind auch der Wildpflanzenmarkt vom 22. April und der Pro-Specie-Rara-Zierpflanzenmarkt vom 17. Mai.

Stadtfest Bern um ein Jahr verschoben: Wegen der Coronakrise wird das Stadtfest um ein Jahr verschoben. Es soll nun vom 25. bis 27. Juni 2021 stattfinden, statt wie geplant Ende Juni 2020.

Die anfängliche Hoffnung, das Fest könne trotz aktueller Krise Ende Juni durchgeführt werden, habe sich nicht bestätigt, meldet das Organisationskomitee am Dienstagmorgen. Der Verschiebungsentscheid sei gemeinsam mit grossen Partnern und dem Beirat gefällt worden.

Eine Absage des Festes habe nicht zur Diskussion gestanden. Auch eine Verschiebung in den Spätsommer oder Herbst 2020 wurde diskutiert. Allerdings konnte kein geeignetes Wochenende gefunden werden. Das letzte Berner Stadtfest fand 2016 statt, das vorletzte 1991.

Montag, 30. März, Testcenter auf dem BEA-Gelände steht bereit: Es ist ein mobiles Testcenter, das in der Festhalle aufgebaut wurde und in dem seit Montagnachmittag erste Tests durchgeführt werden. Nicht jeder kann sich aber dort testen lassen – eine Überweisung des Arztes oder der Ärztin ist zwingend, meldet das Kantonale Führungsorgan. Wer aus eigenem Antrieb einen Test machen will, wird nicht getestet. Mit dem mobilen Testcenter sollen die Spitäler und Hausarztpraxen entlastet werden. Mit dem Start in Bern beginne eine Pilotphase. Je nach Entwicklung könne der Testbus an einen anderen Standort verschoben werden, oder der Test könne mit mehreren Bussen weitergeführt werden, so der Kanton Bern.

Im mobilen Testcenter in Bern wurden zwei Test-Strassen eingerichtet. Darin können täglich durchschnittlich 100 Abstriche gemacht werden, also insgesamt bis 200 pro Tag, wie Gundekar Giebel, Sprecher der Gesundheitsdirektion, auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA sagte.

Der Bus wird von der aargauischen Knecht Gruppe betrieben, zu welcher Unternehmen gehören, die im Gesundheitswesen, Spitaltransport oder Personenverkehr tätig sind.

Berner Medien mit Kurzarbeit: Die Wirtschaft ist tief verunsichert – das spüren auch die Medienhäuser: Kaum jemand wagt es noch, Werbung zu schalten. Andreas Häuptli, Geschäftsführer des Verlegerverbandes VSM sagt: «Wir gehen davon aus, dass es in diesem Jahr einen Werberückgang von über 50 Prozent geben wird. Auch wenn die Zugriffszahlen der Newsseiten im Netz schon seit Wochen vielerorts doppelt so hoch sind wie sonst: Neue Einnahmen bringt das kaum. Die Situation stellt grosse Verlage vor grosse Herausforderungen. Etwa Tamedia, zu der Titel wie «Bund» oder «Berner Zeitung» gehören. Noch härter trifft es darum derzeit die kleineren Verlage. Diejenigen, die sehr stark von Werbung abhängig sind, etwa das «Bieler Tagblatt».

«Bei den Werbeeinnahmen der Bieler Tageszeitungen gibt es eine Vollbremsung – ein Totalcrash», sagt Chefredaktor Bernhard Rentsch. Ein Totalcrash vor allem, weil das «Bieler Tagblatt» auch von der Uhrenindustrie in und um Biel abhängig ist. Ab Mitte der Woche gilt beim «Bieler Tagblatt» Kurzarbeit.

7000 Berner Selbstständige beantragen Entschädigung: Bei der Ausgleichskasse des Kantons Bern sind bis Freitagmittag rund 7000 Anträge für eine Corona-Erwerbsersatzentschädigung eingegangen.

Laufend kämen weitere dazu, sagte Direktor Heiner Schläfli am Montag auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. 90 bis 95 Prozent von ihnen hätten wohl eine Zwangspause einschalten müssen. Anspruch auf Entschädigung haben Selbstständige auch beim Wegfall der Fremdbetreuung für Kinder unter zwölf Jahren.

Bei der Ausgleichskasse des Kantons Bern rechnen 43'000 Selbstständige ihre AHV-Beiträge ab. Wie viele von ihnen letztlich um Entschädigung ersuchen werden, ist offen. Viele Selbstständige wie etwa Landwirte oder Handwerker seien ja nicht von der behördlichen Geschäftsschliessung betroffen, gab Schläfli zu bedenken. Zudem haben zum Beispiel Coiffeure, Floristen, Wirte oder Hoteliers eigene Ausgleichskassen.

Neues Portal für Freiwillige: Spitäler, Heime, Kliniken und Spitexorganisationen im Kanton Bern benötigen zusätzliche Gesundheitsfachleute, die sie während der Covid-19-Pandemie unterstützen. Der Kanton Bern hat deshalb im Internet ein Meldeportal, Link öffnet in einem neuen Fenster für Einsätze während der Coronakrise eingerichtet. Es soll die Angebote von Freiwilligen koordinieren und verfügbar machen, meldet das Kantonale Führungsorgan.

Laut Kanton haben sich bereits 80 Gesundheitsinstitutionen gemeldet, welche personelle Unterstützung benötigen. 42 Personen haben sich bislang für einen Einsatz gemeldet.

Langenthal ruft alle über 75 an: Die Behörden der Stadt Langenthal kontaktieren alle Einwohnerinnen und Einwohner über 75 Jahre, die in einem Privathaushalt leben. Per Brief und Telefon sollen die Betroffenen auf Verhaltensregeln aufmerksam gemacht und allfällige Versorgungslücken ermittelt werden, teilte der Langenthaler Gemeinderat am Montag mit.

Stadt Biel sammelt wieder Papier ein: Dank guter Kontakte zu privaten Unternehmen habe man zusätzliche Fahrer für die Kehrichtfahrzeuge rekrutieren können, teilte das Bieler Strasseninspektorat am Montag mit. Daher könnten Papier, Glas und Metall bis auf Weiteres wieder eingesammelt werden. Biel hatte die Sammlung vorübergehend eingestellt, weil wegen der Coronavirus-Epidemie nicht mehr genügend Chauffeure zur Verfügung standen.

Thun öffnet Abfallhof nur für jene, die umziehen: Der Abfallsammelhof an der Militärstrasse war seit 17. März geschlossen, weil aufgrund des grossen Andrangs die Pandemievorschriften nicht eingehalten werden konnten.

Seit Montag ist der Hof versuchsweise wieder offen – allerdings nicht für alle: Die Dienstleistung steht nur Thunerinnen und Thunern zur Verfügung, die aktuell umziehen oder aus einem anderen Grund auf die Entsorgungsmöglichkeit zwingend angewiesen sind. Telefonische Voranmeldung ist nötig.

In der Stadt Bern sind die beiden Entsorgungshöfe Schermen und Fellerstrasse zwar geöffnet, doch werden die Kunden nur dosiert eingelassen und müssen das Entsorgungsgut selber ausladen. Die nicht betreuten Sammelstellen für Glas, Papier und weitere Wertstoffe sind wie gewohnt zugänglich.

Sonntag, 28. März, Kanton Bern nimmt auswärtige Patienten auf: Das Berner Inselspital bietet sechs Pflegeplätze für auswärtige Patientinnen und Patienten an. Zwei davon sind für Corona-Erkrankte aus dem benachbarten Ausland reserviert. Das Inselspital will so mithelfen, die angespannte Situation – namentlich im Elsass – zu lindern. Vier Plätze sind für Corona-Erkrankte aus anderen Kantonen gedacht.

Sportzentrum im Magglingen geschlossen: Das Bundesamt für Sport (BASPO) stellte den Trainingsbetrieb im Sportzentrum Magglingen am Freitagnachmittag ein. Das BASPO bestätigt einen entsprechenden Bericht verschiedener Medien.

Das BASPO hielt zusammen mit Swiss Olympic den Trainingsbetrieb bis zum Freitag aufrecht, damit Topathletinnen und -athleten die Möglichkeit hatten, unter strikten Auflagen zu trainieren und im Hinblick auf kommende internationale Wettkämpfe ihre Konkurrenzfähigkeit und damit ihr wirtschaftliches Fortkommen zu erhalten.

Die Coronakrise und das Alter: Älter werden in Zeiten der Coronakrise. Was bedeutet das? Wie gehen die Pflegeheime damit um? Eine Altersheimchefin gibt Antwort.

Samstag, 28. März, Neun Personen gestorben: Der Kanton Bern hat seit Freitag ein weiteres Todesopfer in Folge der Corona-Pandemie zu beklagen. Inzwischen sind insgesamt neun Personen Opfer der Viruserkrankung Covid-19 geworden.

Insgesamt verzeichnete der Kanton Bern am Samstag 767 bestätigte Infektionsfälle, wie die Behörden im Internet mitteilten. Es sind dies 39 mehr als am Vortag.

Freitag, 27. März, Innovative Ideen von Berner Unternehmen: Die Corona-Krise zwingt Unternehmen zum Umdenken und führt zu kreativen Lösungen.

Zum Beispiel in Ostermundigen: Martin Kunz produziert in seiner Schreinerei neu Spuckschutzscheiben. Sie dürften zwar theoretisch noch normal arbeiten, aber 90 Prozent der Aufträge seien abgesagt oder verschoben worden. Deshalb stellt der Betrieb nun Spuckschutzscheiben her, die bei Detailhändlern oder in Büros am Empfang eingesetzt werden.

Zum Beispiel in der Berner Altstadt: Judica Altmann verkauft in ihrem Blumengeschäft neu Gemüse. Sie hat sich dafür mit einem Familienbetrieb aus dem Berner Seeland zusammengetan. Dank des Gemüseverkaufs darf ihr Geschäft offenbleiben, die Blumen müssen jedoch durch einen Vorhang verdeckt werden. Auf Bestellung werden sie jedoch nach Hause geliefert oder können draussen in einer Box abgeholt werden. Gerade in der jetzigen Zeit seien Blumen wichtig, so Altmann, denn «sie berühren die Seele.»

Frau in Blumenladen
Legende: Judica Altmann verkauft jetzt in ihrem Blumenladen Gemüse. Blumen dürfen nur noch auf der Gasse abgeholt werden. Elisa Häni/SRF

Katholische Kirche unterstützt Armutsbetroffene: Mit einer Million Franken will die Katholische Kirche Region Bern Armutsbetroffenen und Menschen am Rande der Gesellschaft unter die Arme greifen. Ziel sei es etwa, den Zugang zu Lebensmitteln und Produkten des täglichen Bedarfs sicherzustellen und Übernachtungsmöglichkeiten für Obdachlose zu erschliessen, heisst es in einer Mitteilung.

Viel Polizei am Wochenende in der Stadt Bern: Weil das schöne Wetter am Wochenende mehr Leute nach draussen locken könnte, verstärkt die Stadt Bern die Polizeipräsenz im öffentlichen Raum. Ziel ist es, den wegen der Corona-Pandemie geltenden Vorschriften durchzusetzen.

Zur Unterstützung der Polizei ist weiterhin das Infoteam der Stadt Bern unterwegs. Dieses animiert die Menschen im öffentlichen Raum zum Abstandhalten und hilft mit, Menschenansammlungen zu verhindern. Das teilt die Stadt Bern in einer Mitteilung mit.

Von Zusammentreffen wie Grillaktivitäten oder gemeinsamen Spielnachmittagen in Gruppen, namentlich am Aareufer und auf Spielplätzen, ist nach Angaben der Stadt abzusehen. Eine Verlagerung solcher Aktivitäten in den privaten Raum sei ebenfalls nicht gestattet.

Flybair verschiebt Startdatum: Die neue Berner Fluggesellschaft Flybair wollte eigentlich im Mai starten. Nun sollen die ersten Flugzeuge erst ab Juli ab Bern-Belp abheben. «Wie andere Fluggesellschaften und Tourismusunternehmen stellen auch wir seit ein paar Wochen einen deutlichen Buchungsrückgang fest», schreiben die Verantwortlichen in einer Mitteilung. Fluggäste mit einem Ticket für einen Flybair-Flug zwischen dem 2. Mai und dem 30. Juni 2020 und die direkt bei Flybair gebucht haben, werden ab Ende März persönlich kontaktiert.

Verdachtsfälle schnell aufspüren: Wo stecken sich die Leute mit dem Coronavirus an? Die Behörden möchten es genauer wissen und bauen deshalb eine Datenplattform auf. Alle Personen sind gebeten, ein Formular auszufüllen. Dank der Plattform soll es möglich sein, eine Übersicht über die Ausbreitung des Virus zu erhalten.

Regionaljournal Bern Freiburg Wallis, diverse Sendungen ab 16.03.2020, 17:30 Uhr; sda/pret;gygm;liec;kocm;vwam;marl;andj;haee

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