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Bern Freiburg Wallis Das Buskers wird grösser und grösser – zu welchem Preis?

Das schöne Wetter an diesem Wochenende verspricht für das 13. Buskers einen Besucherrekord. Unter den Lauben ist man mehrheitlich für das Strassenmusikfestival, befürchtet aber, dass es teilweise an seine Grenzen stösst. Dem widerspricht Festivaldirektorin Christine Wyss.

Der Zytglogge schlägt fünf Mal: Noch ist es ruhig in der Berner Altstadt. In der Rathausgasse probt die serbische Band «Balkanophonia» ihren Auftritt. Vor der Bühne hat es noch viel Platz.

Ganz anders sieht es eine Stunde später aus: Um 18 Uhr, zum offiziellen Festivalstart, sind die Gassen bereits gut bevölkert. Aber es gibt noch ein Durchkommen. «Wer etwas vom Festival sehen will, soll früh kommen», empfiehlt denn auch Festivaldirektorin Christine Wyss. Wer das tue, verpasse nichts, denn «anders als bei übrigen Festivals gibt es bei uns keine Headliner. Alle Bands spielen mal früh, mal spät».

Möglicherweise grösseres Publikum als am Gurtenfestival

Das Strassenmusikfestival ist in den letzten Jahren gewachsen. Nicht das Festivalgelände an sich, sondern die Besucherzahlen. Zählten die ersten Ausgaben des Buskers laut Gründerin Christine Wyss noch rund 20'000 Zuschauerinnen und Zuschauer, so rechnet sie dieses Jahr mit bis zu 80'000. Damit überträfe das Buskers sogar das Gurtenfestival, dass im Juli 79'000 Besucherinnen und Besucher zählte.

Zahlen sind mir ziemlich egal.
Autor: Christine WyssFestivaldirektorin Buskers

«Aber Zahlen sind mir eigentlich egal», sagt Festivaldirektorin Wyss. «Hauptsache, wir verkaufen unsere 33'000 Festivalbändeli.» Zudem seien die Zahlen nur Schätzwerte von der Polizei. Anders als am Gurtenfestival ist das Festivalgelände am Buskers öffentlich zugänglich. Um das Festival zu finanzieren, verkaufen die Organisatoren Bändeli und Programmhefte.

Verliert das Strassenmusikfestival mit einem so grossen Publikum nicht seinen Charme? «Nein», sagt Wyss. «Wer den Anfängen des Festivals nachtrauert, soll eben früh kommen. Und sich eher im unteren Teil des Festivals bewegen. Dort spielen die ruhigeren Gruppen. Ich denke, so kommen alle auf ihre Rechnung.»

Altstadt-Leist macht sich Sorgen

Edi Franz, Altstadtbewohner und Mitglied der Vereinigten Altstadtleiste von Bern, beobachtet die starke Zunahme des Buskers-Publikums aber mit einer gewissen Sorge. Anders, als man es nach den in der Berner Tageszeitung «Der Bund» erschienen Artikel vermuten könnte, seien die Altstadtleiste aber nicht gegen das Buskers. «Im Gegenteil», so Franz. «Die grosse Mehrheit ist auf der Gasse und geniesst das.»

In den Gesprächen unter den Lauben ist vermehrt hörbar, dass das Festival zum Teil an einen Grenzpunkt stösst.
Autor: Edi FranzMitglied der Vereinigten Altstadtleiste

In den Gesprächen unter den Lauben sei allerdings vermehrt hörbar, dass das Buskers zum Teil an einen Grenzpunkt stosse. «Wir würden es bedauern, wenn die Festivalleitung das gar nicht zur Kenntnis nehmen würde.» Denn es sei schade, wenn diese Stimmen, die zurzeit klar eine Minderheit seien, plötzlich Überhand nehmen würden, so Franz. «Sonst wird es plötzlich zum Politikum. Und das würde dem Festival schaden.»

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2 Kommentare

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  • Kommentar von Alex Bauert (A. Bauert)
    Es ist dermassen voll in den Gassen, dass ich nicht mehr hin gehe. Früher war es ein gemütliches Schlendern von Platz zu Platz, heute Sardinenbüchsenverhältnisse. Reiner Kommerz auch, dass man alle paar Sekunden aufgefordert, gefälligst «freiwillig» was zu zahlen, heisst, ein Armband zu zahlen.
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  • Kommentar von M. Roe (M. Roe)
    Es braucht nicht immer Wachstum! Warum auch? Je mehr Leute an einem Anlass teilnehmen, desto ungemütlicher wird es für die "Besucher". Damit nicht immer mehr kommen, muss man Geld für den Eintritt verlangen. Dann hat man am Schluss nicht einfach den "Tourismus" sondern die echten Zuschauer. Heute gibt es so viele Leute die einfach ein bisschen an einen Anlass fahren (vor allem wenn er gratis ist) weil sie nichts mit sich selber, insbesondere mit den Kindern, anzufangen wissen. Weniger ist mehr!
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