Das Reh frisst den Wald weg

Der Wald leidet unter dem Wild. Rund 10 Prozent der Berner Wälder erneuern sich nicht mehr von alleine, weil Rehe und Hirsche die jungen Bäume abfressen. Helfen könnten die Jäger. Doch sie schiessen seit Jahren nicht so viel Wild, wie sie sollten. Das macht den Waldbesitzern und dem Kanton Sorgen.

Knapp 7000 Rehe sollten die Jäger im letzten Jahr abschiessen. So sah es die bernische Jagdplanung vor. Erlegt haben sie gut 6000 Tiere. Das hat Folgen - für den Wald. Die Verbissschäden an den Bäumen nehmen zu. Die Tiere haben es vor allem auf die Jungbäume abgesehen, auf deren Knospen und Zweige.

Im Bremgartenwald am Stadtrand von Bern fressen die Rehe gar die Blätter von Buchen. Eine Baumart, die sie sonst verschmähen, sagt Stefan Flückiger. Er ist Forstmeister der Burgergemeinde Bern. Ihr gehört dieser Wald. Der Bremgartenwald gehört zu jenen Wäldern, die sich nicht mehr selber verjüngen können. In 10 Prozent der Berner Wälder sind die Schäden untragbar.

Der Jäger-Nachwuchs fehlt

Damit die Wälder auch künftig all ihre Funktionen wahrnehmen können - als Rohstoff-Lieferant, als Erholungsort, als Schutzwald - braucht es Massnahmen. Im Bremgartenwald wird deshalb künstlich aufgeforstet, dabei müssen die jungen Bäume vor dem Wild geschützt werden - mit Gittern und Plastikrohren.

Und vor allem die Jäger sollen ihren Beitrag leisten. Doch vielen Jägern fehlt heute die Zeit für ihr Hobby. Hinzu kommen Nachwuchssorgen. Wie der Vater so der Sohn, das sei bei Jägern nicht mehr die Regel, sagt der bernische Jagdinspektor Peter Juesy.

Der Kanton will nun reagieren: Zur Diskussion steht eine Lockerung der Vorschriften - zum Beispiel bei den Schontagen und der Förderung der Ansitzjagd.

(SRF 4 News, 8:00 Uhr)