Das Seilziehen um Flughafen Bern-Belp

Die Ankündigung der Skywork-Besitzer, beim Flughafen Bern-Belp mehr mitreden zu wollen, wirbelte im Dezember Staub auf. Dieser hat sich zwar gelegt, im Hintergrund geht das Seilziehen jedoch weiter. Auch Kanton und Stadt Bern wünschen sich einen starken Flughafen.

Der Eingangsbereich des Flughafens Bern-Belp mit Passagieren. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Der Flughafen Bern-Belp bricht einen Passagier-Rekord um den anderen. Zu verdanken hat sie das Wachstum der Skywork. Keystone

Die Berner Fluggesellschaft Skywork wächst stetig. Im Sommer 2013 plant Skywork Airlines den Ausbau ihres Streckennetzes auf 34 Destinationen; 8 mehr als noch im Vorjahr. Gemäss eigenen Angaben transportiert die Fluggesellschaft 80 Prozent aller Passagiere des Flughafens. Somit ist sie der grösste Partner des Flughafens im Belpmoos. Der Airline ist es jedoch in den letzten Jahren nicht gelungen, in die schwarzen Zahlen zu fliegen.

Verhandlungen hinter verschlossenen Türen

Deshalb setzen die Skywork-Investoren bei den Kosten an. Genauer gesagt beim Flughafen. Die Skywork-Investoren um Daniel Borer wollen künftig bei der Flughafenbetreiberin Alpar AG mehr zu sagen haben. Im Dezember drohten sie gar damit, eine ausserordentliche Generalversammlung einzuberufen und einige Mitglieder im Verwaltungsrat auszuwechseln. Die Idee der ausserordentlichen Generalversammlung ist mittlerweile vom Tisch. Die Parteien verhandeln jedoch hinter verschlossenen Türen immer noch intensiv.

Partner mit Sorgen

«Es ist für den Flughafen gefährlich, so stark von einer Fluggesellschaft abhängig zu sein», sagt der Berner Gemeinderat Reto Nause. Er hofft, dass im volatilen Fluggeschäft nicht plötzlich die Airline und der Flughafen in Schieflage geraten. «Uns bereitet eine Machtkonzentration bei unserer direkten Konkurrentin Sorgen», sagt Helvetic-Finanzchef Tobias Pogorevc. Die Helvetic befürchtet, dass Skywork bei einer grösseren Beteiligung am Flughafen Bern-Belp einfacher an sensible Informationen ihrer Mitbewerber kommen könnte.