«Das Telefon könnte ruhig öfters klingeln»

Die Berner Schauspielerin Sonja Riesen ist durch ihre Rolle als Serviertochter Regi im Film «Dr Goalie bin ig» bekannt geworden. Aber das bedeute nicht zwingend einen vollen Terminkalender, sagt die 35-Jährige.

Sonja Riesen sitzt, vor ihr eine Tasse Tee, im Hintergrund ein Plakat und ein Tisch. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Sonja Riesen im Atelierhaus Progr in Bern. Hier hält die Theatergruppe «Vor Ort» auch ihre Sitzungen ab. Christine Widmer/SRF

Sonja Riesen hat den Erfolg nicht als Schock erlebt. «Das kam ja nicht explosionsartig. Zuerst waren da die Reaktionen der Freunde auf den Film, dann die Medienanfragen, dann Preise und dann weitere Rollenangebote.» Sonja Riesen war auch für den Schweizer Filmpreis nominiert, hat diesen aber nicht erhalten. Das sei ihr schon nicht egal gewesen, sagt die 35-Jährige.

«  Ich würde lügen wenn ich sagen würde, es habe mich nicht gewurmt. »

Aber vielleicht bekomme sie ja den Preis später für eine andere Rolle - und wenn nicht, sei es auch nicht so schlimm. Die Schattenseite des Erfolgs: Sonja Riesen sah ihren Partner und ihre zwei Kinder oft länger nicht. «Dieser Spagat zwischen Beruf und Familie ist schwierig. Nur dank gutem Umfeld kann ich diesen meistern.»

Spannend aber hart

Sonja Riesen war Primarlehrerin. Nach einer Theateraufführung im Seminar haben Freunde gedrängt, Riesen solle doch Schauspielerin werden. «Wenn dich etwas bewegt, dann gehe dem nach», habe ein Freund gesagt. Und so besuchte die Bernerin die Hochschule für Musik und Theater in Zürich.

Die Zeit danach sei hart gewesen. Schliesslich seien da auch die beiden Kinder auf die Welt gekommen. «Manchmal dachte ich schon, wenn jetzt nicht eine grössere Rolle kommt, dann gebe ich auf. Aber Theater und Film ist meine Leidenschaft und so machte ich weiter.»

Und jetzt ist der Erfolg da. Nach dem Film «Dr Goalie bin ig» erhielt Riesen mehrere Rollenangebote. Im Gespräch blieb die 35-Jährige auch mit der Hauptrolle im SF-Fernsehfilm «Unser Kind». Aber schon jetzt sei es ruhiger geworden.

Überhaupt sei das Thema Geld immer präsent als freiberufliche Schauspielerin. Vor allem als künstlerische Leiterin der Berner Theatergruppe «Vor Ort» verbringe sie viel Zeit mit der Suche nach Geld und mit dem Schreiben von Bewilligungen. «Aber verleidet ist mir der Beruf noch nicht. So lange mir Film und Theater noch etwas zu sagen haben und ich Ihnen, bleibe ich dabei!»

Regionaljournal Bern Freiburg Wallis, 17:30 Uhr