Der Sternekoch am Ende der Welt

Mario Inderschmitten standen als Nachwuchskoch des Jahres 2012 alle Türen offen. Er entschied sich aber gegen eine Karriere in der Spitzengastronomie. Und für ein eigenes Restaurant im Walliser Bergdorf Binn.

Mario Inderschmitten führt seit Dezember gemeinsam mit seiner Lebenspartnerin Laetitia Wach die Pension Albrun in Binn. Dem 28-Jährigen war nach mehreren Auszeichnungen eine grosse Karriere in der Spitzengastronomie vorhergesagt worden. Er wollte es anders. Und übernahm das Restaurant, das einst seine Eltern führten.

Viele Weggefährten würden ihn nicht verstehen, sagt Mario Inderschmitten. Ihn kümmert das wenig. «Mir ist das egal. Ich mache, was mir Spass macht», erzählt der junge Koch im Gespräch mit dem Regionaljournal Bern Freiburg Wallis von Radio SRF.

Ein ganz anderes Leben

Laetita Wach und Mario Inderschmitten arbeiteten bis vor kurzem für den bekannten Schweizer Sternekoch Yvo Adam. Er in der Küche, sie im Service. Den Glamour von Ascona haben sie nun gegen Walliser Bodenständigkeit eingetauscht. Das spiegelt sich auch in der Speisekarte wider. Nebst ausgefallenen Dessertkreationen, mit denen der Spitzenkoch bereits in der Schweizer Koch-Nationalmannschaft für Furore gesorgt hatte, gibt's Walliserteller und Käseschnitten.

Den Einheimischen scheint der Mix zuzusagen. Die «Kochenden Männer» aus dem Bergdorf kehren regelmässig beim jungen Paar ein. Und konnten dem Spitzenkoch auch schon ein paar Tipps entlocken. «Wir sind fast ausgeflippt, so gut ist uns das Dessert letzte Woche gelungen», erzählt der Binner Gemeindepräsident Beat Tenisch stolz.