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Bern Freiburg Wallis Der Walliser Kampf mit dem industriellen Erbe

Zurzeit wird im Wallis überprüft, wie stark die Quecksilberverschmutzung ist, welche die Lonza mit ihrem Abwasser vor Jahrzehnten verursacht hat. Der Verursacher ist klar, nicht aber die Verantwortung. Das zeigt ein Blick in die Vergangenheit: Zur Zeit der Verschmutzung war die Gesetzgebung anders.

Klar ist: Der Verursacher der Verschmutzung in der Gemeinde Raron ist die Lonza. Doch der Konzern will sich nicht vollumfänglich an den Abklärungen über die Verschmutzung beteiligen. Schliesslich habe er mit der Erlaubnis des Staates die Abwasser in den Grossgrundkanal abgeleitet. Und daraus lässt sich ein Teil der Walliser Wirtschaftsgeschichte ableiten.

Mit der Industrialisierung verlor der Staat an Macht

Der Kanton Wallis hat auf Grund seiner frühen Industrialisierung mit vielen Altlasten zu kämpfen. Anfangs des letzten Jahrhunderts haben sich im Wallis mehrere Grossbetriebe der Chemie und der Aluminiumindustrie angesiedelt, weil man dort nahe der benötigten elektrischen Energie war.

Das hat dem Walliser Talgrund allerdings nicht nur Reichtum, sondern auch Verschmutzung gebracht, die zu grossen Teilen heute noch als Altlast in den Böden schlummert. Lange war die Bevölkerung machtlos, denn die Unternehmen hatten durch ihre Wirtschaftskraft einen enormen Einfluss auf die Politik.

Heute ist das anders – und damit kommen die Diskussionen über die Altlasten. Sanierungsbedürftige Altlasten sind dabei nicht nur bei Visp, sondern auch im Mittelwallis bei Chippis und im Unterwallis bei Monthey zu finden, überall dort, wo sich die Grossindustrie angesiedelt hat. Die Walliser Regierung rechnet mit rund einer halben Milliarde Franken Sanierungskosten. Wer soll das zahlen? Diese Frage wird nun im Wallis heiss diskutiert.

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