Die Region Bern-Mittelland fixiert ihre Zukunft bis 2030

In der grossen Region Bern-Mittelland leben im Jahr 2030 rund 440'000 Menschen. Sie müssen wohnen, arbeiten und unterwegs sein können. Wie dies zu bewältigen ist, steht nun im überarbeiteten Gesamtverkehrs- und Siedlungs-Konzept für praktisch die halbe bernische Kantonsbevölkerung.

Stadt Bern und Umland, fotografiert vom Dach des Feusi-Bildungszentrums im Wankdorf. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Stadt, Land, Agglomeration, Wohnen, Arbeit, Natur und Verkehr: Die Regionalkonferenz Bern-Mittelland plant bis 2030. Christian Strübin/SRF

Bevölkerungswachstum in verdichtet bebauten Räumen, die gut mit dem öffentlichen Verkehr erschlossen sind. Etwa 12 Prozent in der Stadt Bern, vier Prozent auf dem Land. Dazu 26'000 zusätzliche Arbeitsplätze, also knapp neun Prozent Zuwachs. Das sind zentrale Aussagen im überarbeiteten Gesamtverkehrs- und Siedlungskonzept bis ins Jahr 2030 der Region Bern-Mittelland. Hier lebt nahezu die Hälfte der Kantonsbevölkerung.

Dem Konzept, das den 85 Regionsgemeinden am 27. Oktober 2016 zur Abstimmung vorgelegt wird, ging eine dreijährige, intensive Planungsphase voraus. Stadt und Land, Wirtschaft und Naturschutz, Entwicklung und Bewahrung mussten ausgehandelt werden.

Zuweilen überholt die Wirklichkeit die Planung

Dabei zeigte sich, dass der Umgang mit grünen Naturflächen mehr Aufmerksamkeit braucht. Es zeigte sich zudem, dass der Veloverkehr boomt und somit neue Zweirad-Verkehrsachsen nötig sind.

«Planung ist ein steter Prozess», bestätigt Jörg Zumstein, Präsident der Regions-Kommission Raumplanung. Er und Thomas Iten, Präsident der Verkehrs-Kommission, erläuterten am Donnerstag die Schlussfassung des Konzepts und die Änderungen seit der Vernehmlassung Ende 2015. Zwecks Überblick taten sie dies auf dem Dach des Feusi-Bildungszentrums im Wankdorf, einem grossen Entwicklungsschwerpunkt im Norden der Stadt Bern.

Klar ist auch, dass die ganz grossen Verkehrs-Infrastrukturprojekte wie Bahnhofausbau oder Staubeseitigung auf der Autobahn A6 erst realisiert werden können, wenn der Bund grünes Licht und Geld gibt. Und da sind die Zyklen ungleich länger als der Planungshorizont der Berner. «Ja, aber wir müssen uns rechtzeitig mit guten, glaubwürdigen Projekten zu Wort melden», gibt Jörg Zumstein zu bedenken.

BLS-Depot: Kein Fall für die Regionsplaner

Erstaunlich ist allerdings, dass die Region Bern-Mittelland bei der Planung des umstrittenen neuen BLS-Depots nicht einbezogen wurde. «Da sind wir etwas ausserhalb, weil die Bewilligungsprozesse anders laufen», relativiert Jörg Zumstein seine mündliche Aussage, was er wisse, habe er aus der Zeitung. Klar sei, dass eine Lösung nötig sei, und dass die BLS für die ganze Region wichtig sei.