Doch noch: Umfahrungsstrasse Kerzers wird geplant

Die deutschsprachigen Grossräte setzten sich gegen den Willen des Staatsrates durch. Die Umfahrungsstrasse Kerzers wird nun doch in die Planung aufgenommen. Der Staatsrat hatte bloss fünf Projekte im französischsprachigen Kantonsteil geplant.

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Bildlegende: Die Bahnschranke in Kerzers ist 20 Minuten pro Stunde geschlossen. Patrick Mülhauser/SRF

Der Freiburger Grossrat gibt über 30 Millionen Franken für die Planung von mehreren Umfahrungsstrassen aus. Ursprünglich berücksichtigte der Staatsrat nur Projekte im französischsprachigen Kantonsteil.

Das Kantonsparlament nahm auf Antrag von SVP-Grossrat Ueli Johner auch die Umfahrungsstrasse Kerzers auf die Liste. Er argumentierte, wenn keine Umfahrungen im deutschsprachigen Teil auf der Liste stünden, «gefährde der Staatsrat den Zusammenhalt des Kantons».

«  Gehört Kerzers noch zum Kanton Freiburg, fragen wir uns manchmal. »

Nicole Schwab
Gemeindepräsidentin Kerzers

Kerzers ist in den letzten Jahren stark gewachsen und hat 5000 Einwohner. Das Dorf hat einen Autobahnanschluss und einen Bahnhof. Und Kerzers liegt viel näher bei Bern als bei Freiburg.

Für Gemeindepräsidentin Nicole Schwab ein tiefgründiges Problem. Man fühle sich von der Kantonsregierung oft vernachlässigt. «Wir fragen uns manchmal, ob Kerzers noch zum Kanton Freiburg gehört.» Kerzers habe noch Industrieland. Es müsse deshalb entsprechend in die Strasseninfrastruktur investiert werden, findet die Gemeindepräsidentin.

«  Ich warte hier mein halbes Leben. »

Autofahrer an der Bahnschranke

Knackpunkt ist die Bahnschranke mitten im Dorf. Diese ist rund 20 Minuten pro Stunde geschlossen. Der Verkehr staut sich. Sehr zum Ärger der Automobilisten. Ein Mann klagt, er verbringe hier einen grossen Teil seines täglichen Lebens und eine Frau fügt an: «Ich versuche schon jetzt, das Dorf zu umfahren.» Zumindest geplant wird nun eine Umfahrungsstrasse. Ob diese dann auch gebaut wird, ist offen.