Ein Ort für islamische Gläubige in der Schweiz

An der Universität Freiburg soll ein schweizerisches Zentrum für Islam und Gesellschaft entstehen. Das soll Leute weiterbilden, die mit dem Islam in Kontakt sind. Imame, aber auch Sozialarbeiter oder Pflegepersonal. Bürgerliche Politiker wollen das Zentrum verhindern.

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Bildlegende: Die Universität Freiburg hat Pläne für ein Islamzentrum. Keystone

Der Staatsrat soll bewirken, dass die Verantwortlichen der Universität Freiburg auf das geplante Projekt verzichten. «Die Universität Freiburg ist katholisch geprägt», begründet CVP Grossrat André Schönenweid gegenüber dem «Regionaljournal Bern, Freiburg, Wallis» von Radio SRF.

Eine Weiterbildung für Imame brauche es nicht. Plötzlich werde eine richtige Ausbildung daraus für ganz Europa. «Das wollen wir nicht hier in Freiburg». SVP Grossrat und Parteipräsident Roland Mesot teilt diese Bedenken. «Plötzlich gelten die Rituale des Korans». Freiburg müsse sparen. Da liege ein Zentrum für Islam auch finanziell nicht drinn.

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Bildlegende: Guido Vergauwen, Rektor der Universität Freiburg, möchte das Zentrum für Islam. SRF

Guido Vergauwen, Rektor der Universität Freiburg hofft, dass das Kantonsparlament und der Staatsrat dem Anliegen einzelner Grossräte nicht folgen werden. Freiburg würde eine Chance verpassen, findet der katholische Theologe. «Freiburg kann zu Verständnis und Frieden unter den Religionen beitragen». Das Zentrum stehe ja nicht nur Imamen offen und es werde auch nicht nur über den Islam gesprochen.

«Das Religionsrecht in der Schweiz und pädagogische Themen werden unterrichtet». In der Schweiz leben über 300‘000 Muslime. Für Guido Vergauwen rechtfertigt sich deshalb ein solches Zentrum.