Ein Walliser Ausbildungsrestaurant - ähnlich dem Berner Modell

Der Kanton Wallis eröffnet in der Mediathek in Sitten ein Ausbildungsrestaurant. Es soll eine zweite Chance sein für Jugendliche, die aus verschiedenen Gründen Mühe haben, im Berufsleben Fuss zu fassen.

Betrieben wird das Ausbildungsrestaurant von der Westschweizer Organisation für berufliche Eingliederung und Ausbildung (Orif). Das neue Restaurant stelle eine Verbindung zwischen beruflicher Fachausbildung und Walliser Kultur her, schreibt der Kanton in einer Mitteilung.

Dank des Konzepts könnten «sechs junge Menschen, deren schulische Laufbahn von Schwierigkeiten geprägt war», ausgebildet werden. Der Kanton Wallis unterstützt dieses Ausbildungsrestaurant, indem er ihm einen Teil der Miete erlässt.

«Wir müssen schwarze Zahlen schreiben»

Keine Unterstützung erhalten die vier Restaurants der Berner Gad-Stiftung, welche bereits seit Jahren solche Ausbildungsrestaurants betreibt - in Bern, Biel und Lyss. «Es wäre schon gut, wenn wir einen Teil der Kosten fremdfinanzieren könnten» sagt Rolf Zumstein, Geschäftsführer der Stiftung. So aber hätten die Restaurants halt keine andere Wahl, als schwarze Zahlen zu schreiben.

«Super Konzept»

Eines der Gad-Restaurants ist das «&Söhne» im Berner Länggassquartier, welches vier Lernende beschäftigt. Linda Imhof ist eine davon, sie ist im dritten Lehrjahr und nach «einigen Konflikten» im «&Söhne» gelandet, wie sie sagt. «Es ist ein super Konzept, es ist viel besser organisiert als in meinem vorigen Lehrbetrieb und man schaut besser zu uns.»

Auch Yaiza Calero, welche erst seit zwei Wochen im «&Söhne» ist, hat nach verschiedenen Stationen eine Stelle gefunden, welche ihr zusagt: «Es gefällt mir sehr, ich werde alles daran setzen, meine Lehre nun abzuschliessen.»

Der Chef des Restaurants «&Söhne», Thomas Enzen, ist zufrieden mit seinen jungen Mitarbeiterinnen. «Natürlich muss ich manchmal balgen wegen Pünktlichkeit oder wenn sie zu wenig für die Schule machen - aber das ist in jeder Lehre so.»