«Ensemble-Cabaret ist heute eine Nische»

Das bern-freiburgische Cabaret Scherzgrenze steht aktuell mit dem sechsten Programm auf der Bühne. «Wir haben ein Feld, welches nicht mehr beackert wird», sagt Regisseur Marcel Reber im Gespräch.

Alles begann mit einem Cabaret-Workshop 1998. «Einige Schauspieler des Kellertheaters Murten kontaktierten mich, weil sie ein Cabaret aufführen wollten», erinnert sich Marcel Reber. Daraus entstand das Stück «Danebenwirkungen», welches jedoch schon bald selbst Nebenwirkungen zeigte.

«Mit dem ersten Programm haben wir den Nerv des Publikums getroffen, das hat ziemlich eingeschlagen», so Reber. Und so entschied sich die Ad-hoc-Truppe, als Cabaret Scherzgrenze weiterzumachen.

Nach dem ersten Programm zum Gesundheitswesen folgten Stücke zum Bildungswesen («Viel Lern um nichts»), Mobilität («wilsi mobilsi»), Sprache («Sprechreiz») und Alltagssorgen («Entsorgungsprogramm»). «Wir hatten nie Mühe, Themen zu finden.» Schwieriger sei es jeweils gewesen, zu entscheiden, welche Aspekte behandelt werden.

Das aktuelle Stück, «Querschnipsel» ist eine Art Best-of der letzten 15 Jahre. «Wir hatten immer wieder Anfragen, ältere Nummern nochmals zu spielen und die Zeit, ein komplett neues Programm auf die Beine zu stellen, wäre knapp geworden», so Reber. Deshalb habe man sich entschieden, ein Querschnittprogramm zu zeigen.

«Ein Feld, welches nicht mehr beackert wird»

Ensemble-Cabaret sei heute ein Nischenprodukt, sagt Reber. «Wir sind weitherum das einzige Ensemble-Cabaret. Wir haben ein Feld, welches nicht mehr beackert wird - aber trotzdem ein Publikum, welches dies weiterhin gerne hört.»

Wie es mit dem Cabaret Scherzgrenze weiter geht, ist offen. «Für einzelne Ensemble-Mitglieder ist klar, dass dies ihr letztes Programm ist», sagt der Leiter und Texter, «andere möchten weitermachen». Marcel Reber verspricht aber: «Es wird in irgend einer Form weitergehen.»