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Erneute Abstimmung in Bern Tram statt Bus nach Ostermundigen?

Ein Tram soll die Buslinie 10 ersetzen. Zu reden gibt das Fällen von Bäumen. Deshalb streiten Umweltorganisationen.

Zwei Busse der Linie 10.
Legende: Die Buslinie 10 nach Ostermundigen soll durch ein Tram ersetzt werden. Bäume müssten weichen. Keystone

200 Bäume stehen dem Tramprojekt nach Ostermundigen im Weg. Schliesslich würden aber mehr neue Bäume gepflanzt, als gefällt werden. Doch das reicht den Projektgegnern nicht.

Vor der Abstimmung in der Stadt Bern am 26. November, engagieren sich die Gegner des Tramprojekts. «Bern ist keine Tramstadt», sagt Urs Dürmüller vom Bürgerkomitee «Freie Arbeitsgruppe Städtebau und öffentlicher Verkehr Bern». «Es hat, anders als im Ausland, zu wenig Platz für Tramgleise.»

Es fehlt schlicht der Platz fürs Tram.
Autor: Urs DürmüllerProjektgegner

Weil Bäume gefällt werden sollen, hat sich das Bürgerkomitee die Fondation Franz Weber als Unterstützung geholt. «Hier werden im Namen der nachhaltigen Entwicklung wertvolle Bäume gefällt», sagt Präsidentin Vera Weber.

Bäume an einer Strasse
Legende: Diese Allee beim Schosshaldenfriedhof würde gefällt. Es ist jedoch das Pflanzen neuer Bäume geplant. Thomas Pressmann/SRF

Wegen des Tramprojekts kämpfen in Bern Umweltschutzorganisationen gegeneinander. Auf der anderen Seite der Fondation Franz Weber stehen der WWF, der VCS und Grüne Parteien. «Es ist wichtig, eine Güterabwägung zu machen», sagt Martin Trachsel, Co-Präsident WWF Bern. «Wir erhalten dank des Trams eine ökologische Verkehrsverbindung.»

Das Tram ist nachhaltig und macht Bern fit für eine ökologische Zukunft.
Autor: Martin TrachselWWF

Vera Weber von der Fondation Franz Weber spricht von einer gefährlichen Entwicklung. «Man redet von Nachhaltigkeit, fällt aber Bäume: Das ist ein Widerspruch.» Sie und die Projektgegner schlagen deshalb andere Linienführungen vor. Doch die Planer haben schon vor längerer Zeit abgewunken: Die Vorschläge würden den Pendlerströmen zu wenig Rechnung tragen.

Legende: Das Tram von Bern nach Ostermundigen soll zuerst die bestehenden Tramschienen (orange) benützen, dann entlang der heutigen 10er-Buslinie fahren. SRF/Stadt Bern

Bei der letzten Abstimmung in Köniz wurden auch Zukunftsängste ins Feld geführt. Für Rahel Ruch vom Grünen Bündins ist das nicht verständlich. «Beim Tramprojekt wird ein nachhaltiges Wachstum angestrebt», sagt die Politikerin, welche für das Tramprojekt kämpft. «Dank des Trams wird die innere Verdichtung gefördert.»

Nicht die erste Abstimmung

2014 stimmten Bern, Ostermundigen und Köniz über eine Tramlinie von Köniz über Bern nach Ostermundigen ab. Nur Bern sagte Ja. Ostermundigen ging nach der Abstimmung über die Bücher und stimmte 2016 einem Projekt zu. Die Stadt Bern muss nun am 26. November 2017 über den städtischen Kredit von fast 25 Millionen Franken entscheiden. Die Gesamtkosten werden mit 244 Millionen Franken veranschlagt – den grössten Teil bezahlen der Bund und der Kanton Bern. Am 4. März 2018 wird im ganzen Kanton über das Tramprojekt abgestimmt. Dies, weil ein Referendum ergriffen wurde.

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Henriette Rub (ehb)
    Nachtag: Güterabwägung? Also im Urwald ist ein alter Baum ein kostbares Gut, im eigenen Land jedoch nicht, da wir der gerne kommerziellen Interessen geopfert. Und der VCS hat sowieso nur regelmissachtende Velofahrer im Sinn. Bürger von Ostermundigen, wollt ihr nicht für eure Bäume einstehen. Ein bischen bessere Luft würde nicht schaden. Üank an Vera Weber für ihre Hilfe.
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  • Kommentar von Henriette Rub (ehb)
    Wegen des Tramprojekts kämpfen in Bern Umweltschutzorganisationen gegeneinander. Auf der anderen Seite der Fondation Franz Weber stehen der WWF, der VCS und Grüne Parteien. «Es ist wichtig, eine Güterabwägung zu machen», sagt Martin Trachsel, Co-Präsident WWF Bern. «Wir erhalten dank des Trams eine ökologische Verkehrsverbindung.» Vor Allem GRÜNE müssten doch die grünen Bäume schützen. Der WWF bekämpft im fernen Urwald die illegale Abholzung und befürwortet in der Schweiz den Tod schöner Bäume.
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  • Kommentar von Urs Sahli (sahliu)
    Ist doch alles eine Zwängerei der Trambefürworter, Es wurde bereits abgestimmt mit einem NEINresultat. Warum jetzt nochmals? Da wird die S-Bahn ausgebaut. Warum benützen diejenigen, die weiter nach dem Bhf O'mundigen wohnen nicht die S-Bahn und steigen in O'mundigen in den Bus um? Umsteigen scheint zu kompliziert und zu umständlich. Ueber die schützenswerten Alleen ganz zu schweigen. Was da dem Büarger alles vorgegaukelt wird!
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