Ex-Thorbergdirektor verliert vor Gericht

Der Kanton Bern hat dem früheren Direktor der Strafanstalten Thorberg zu Recht gekündigt, weil er im Bieler Drogenmilieu verkehrte. Zu diesem Schluss kommt das Verwaltungsgericht. Es hat Georges Caccivios Beschwerde gegen die Kündigung abgewiesen.

Der Fall hatte im vergangenen Jahr hohe Wellen geworfen. Nach zahlreichen Medienberichten während mehrerer Monate hatte der Kanton Bern den Direktor der Strafanstalt Thorberg im Februar 2014 freigestellt und ihm am 21. August 2014 gekündigt.

Zur Begründung wurden unter anderem Caccivios Besuche auf dem Bieler Drogenstrich angeführt. Ausserdem habe er zwei Insassen geduzt, einem Häftling zwei Bilder abgekauft und mehrfach Entscheide von Untergebenen zugunsten von Insassen abgeändert. Das Vertrauensverhältnis sei zerstört und Caccivio als Thorberg-Direktor untragbar, befand das zuständige Amt für Freiheitsentzug und Betreuung.

Die Strafanstalt aus der Vogelperspektive. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die Strafanstalten Thorberg waren 2013 und 2014 wegen ihres damaligen Direktors in den Schlagzeilen. Keystone

Das bernische Verwaltungsgericht hält die Kündigung für gerechtfertigt, wie aus dem Urteil hervorgeht. So mache Caccivio zwar zu Recht geltend, dass Sexualkontakte in der Freizeit grundsätzlich Privatsache seien. Er verkenne aber, dass er als Anstaltsdirektor eine herausragende Stellung einnehme. «Unter diesen Umständen hätte er besondere Zurückhaltung üben und alles vorkehren müssen, damit sein Privatleben nicht Anlass für Aufsehen bot», sagt das Gericht.

Der Beschwerdeführer habe sich durch den sexuellen Verkehr mit Drogenprostituierten zwar nicht straffällig gemacht. Das Verhalten sei aber geeignet, sowohl sein eigenes Ansehen als auch dasjenige der Anstalten Thorberg arg zu strapazieren. Caccivio habe seine Treuepflicht verletzt und dem Ansehen des Kantons geschadet, befand das Verwaltungsgericht. Der Beschwerdeführer kann das Urteil ans Bundesgericht weiterziehen.

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