Freiburg feiert Tinguely, Basel lässt es bleiben

Die Feierlichkeiten zum 25. Todestag des Künstlers Jean Tinguely ziehen sich in Freiburg über das ganze Jahr hinweg. Höhepunkt war das Fest und der Umzug am letzten Samstag. In Basel, wo Tinguely aufgewachsen ist und das Museum Tinguely steht, fand gar nichts statt.

Jean Tinguely wurde in Freiburg geboren, er wuchs jedoch in Basel auf. Mit gut zwanzig Jahren zog er in die Welt, die letzten zwei Jahrzehnte seines Lebens verbrachte er dann wieder in Freiburg. Sowohl in Basel als auch in Freiburg steht je ein Brunnen von Tinguely, der Jo-Siffert-Brunnen in Freiburg, der Fasnachtsbrunnen in Basel.

Viele Parallelen also, trotzdem haben die beiden Städte ein unterschiedliches Verhältnis zu Tinguely. In Freiburg ist die persönliche Erinnerung wichtiger, in Basel eher sein Werk.

Persönliche Erinnerungen

Es sei wichtig, dass im Museum Tinguely die Bedeutung seiner Kunst vermittelt wird, sagt der Basler Kunsthistoriker Dominik Müller, der eine Biographie über Tinguely geschrieben hat. Der Blick auf Tinguely sei seiner Meinung nach noch sehr von persönlichen Erinnerungen der Leute geprägt, sagt er. Es sei wichtig, diesen Blick zu ändern. Dazu brauche es keine grossen Festivitäten, wie sie derzeit in Freiburg stattfinden.

Die Frage, ob er Freiburger oder Basler sei, hätte Tinguely selber wohl nicht gestellt, meint der Kunsthistoriker. Mit seiner Kunst habe Tinguely nicht nur Kantonsgrenzen sprengen wollen: «Die Kunst von Tinguely ist weder Basler noch Freiburger Kunst, sondern Weltkunst.»

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Zum 25. Todestag: Freiburg feiert Jean Tinguely

2:22 min, aus Tagesschau vom 4.9.2016

(Regionaljournal Bern Freiburg Wallis, 17:30 Uhr)