Freiburger Landwirte sind wegen der Rindertuberkulose beunruhigt

Die Bauern im Kanton Freiburg sind beunruhigt, weil in den letzten Wochen mehre Fälle von Rindertuberkulose aufgetaucht sind. Um sicherzustellen, dass sich die Seuche nicht weiter ausbreitet, werden in der ganzen Schweiz über 100 Bauernbetriebe überprüft.

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Rindertuberkulose: «Wir sind sehr beunruhigt»

7:41 min, aus Schweiz aktuell vom 9.4.2013

Insgesamt werden 4000 Rinder in diesen Tagen einem medizinischen Test unterzogen, um festzustellen, ob diese Tiere an der Tuberkulose erkrankt sind. Betroffen sind unter anderem die Tiere von Nicolas Rey im freiburgischen Le Châtelard. Unweit von jenem Hof in der Region Gibloux, auf welchem letzte Woche 80 Rinder wegen Tuberkulose notgeschlachtet werden mussten. Weil Reys Tiere während der Alpsömmerung in Kontakt mit den Rindern dieses Hofs standen, müssen sie nun vom Tierarzt getestet werden. Noch ist unklar, ob Nicolas Reys Tiere auch angesteckt worden sind.

Test dauert mehrere Tage

Die Verunsicherung ist gross: «Wir sind sehr beunruhigt. Diese Tuberkulosefälle stimmen mich traurig.» Reys Tiere werden von Tierarzt Dominique Butty einem sogenannten Tuberkulin-Test unterzogen. Dabei werden den Rindern zwei verschiedene Substanzen unter die Haut gespritzt. Ist nach drei bis fünf Tagen eine Schwellung zu erkennen, ist das ein Zeichen für den Tuberkulose-Befall. Dazu Tierarzt Dominique Butty: «Ich kenne die Bauern und ihre Mentalität gut. Sie machen zwar gegen aussen eine gute Miene zum bösen Spiel, aber sie haben Angst vor den Resultaten.»

Der Tierarzt weiss, wovon er spricht. Er betreute auch den Hof jenes Bauern in Gibloux, bei dessen Tieren der erste Fall von Tuberkulose entdeckt wurde. Als er drei Tage nach dem Tuberkulin-Test zum Ablesen der Resultate nochmals auf dem Hof vorbeiging, bot sich dem Tierarzt ein trauriges Bild: «Schon als ich die Autotüre öffnete und dem Bauern ins Gesicht sah, wusste ich, was es geschlagen hatte. Ich musste gar nicht mehr in den Stall zur Kontrolle.» Nun hofft der Freiburger Tierarzt, dass nicht noch weitere Fälle von Tuberkulose auftreten in der Region.