Genug vom Wolf: Walliser protestieren mit Initiative

CVP-Kreise haben eine Initiative «Für einen Kanton Wallis ohne Grossraubtiere» lanciert. Diese verlangt, dass Einfuhr, Freilassen und die Förderung von Bär, Wolf und Luchs explizit verboten werden. Der Wolf sei längst nicht nur ein Problem der Schäfer.

«Die Walliser Bevölkerung muss die Chance erhalten, sich einmal klar zur Präsenz von Grossraubtieren äussern zu können», sagte Mitinitiant Diego Clausen, Fraktionspräsident der CSP Oberwallis, am Dienstag an einer Medienorientierung. Im Visier haben die Initianten vor allem den Wolf.

Signal an Bern

Bundesbern müsse realisieren, dass die Präsenz von Grossraubtieren wie Bär, Luchs und Wolf nicht nur das Problem einiger weniger Schäfer, sondern eines Grossteils der Walliser Bevölkerung sei, sagen die Initianten. Mit der Annahme der Initiative könnten die Walliserinnen und Walliser ein entsprechendes Signal nach Bern senden.

Junger Wolf im Gras Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Solange Wölfe im Zoo sind - wie hier im Dählhölzli in Bern - dürften sie die Walliser Initianten kaum stören. Keystone/Tierpark Dählhölzli

Die Initiative will die Walliser Verfassung so ergänzen, dass der Kanton «Vorschriften zum Schutz vor Grossraubtieren und zur Beschränkung und Regulierung des Bestandes» erlässt. Es verstehe sich von selbst, dass die zu erlassenden Bestimmungen an die durch das Bundesrecht gesetzten Grenzen gebunden seien. In jedem Fall aber soll die Einfuhr, das Freilassen und die Förderung von Grossraubtieren explizit verboten werden.

Im Initiativkomitee sitzen vor allem Politiker der CVP und der CSP Oberwallis, darunter nationale Politikerinnen und Politiker wie Nationalrätin Viola Amherd, Ständerat Beat Rieder und Nationalrat Roberto Schmidt.

Die Initianten haben ein Jahr Zeit, um die nötigen 6000 Unterschriften zu sammeln.

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