Grand Prix von Bern: «Die Leute werden langsamer»

Am 35. GP in Bern nehmen so viele Läuferinnen und Läufer teil wie noch nie. Im Vergleich zu früher werden die Leute im Schnitt jedoch immer langsamer - auch wegen Lauf-Apps fürs Smartphone.

Seit der ersten Austragung 1982 hat sich die Anzahl der Teilnehmenden beim GP verzehnfacht. 32'255 Läuferinnen und Läufer haben sich heuer angemeldet. Nicht wenige von Ihnen bereiten sich mit speziellen Lauf-Apps und Sportuhren auf den Volkslauf vor.

«  Im Schnitt sind die Leute langsamer geworden als noch vor 30 Jahren. »

Michael Schild
Rennleiter

Auch dank der Hilfe solcher Apps trauten sich heutzutage mehr Leute zu, die sechzehn Kilometer Strecke vom GP zu rennen. Laufen sei zur Fun-Sportart geworden, deshalb liefen die Leute heute weniger ambitioniert als früher. Daher seien die Leute im Schnitt langsamer geworden, sagt Rennleiter Michael Schild. «Mitte der 80er Jahre rannten noch mehr als fünfhundert Leute den GP unter einer Stunde. Letztes Jahr waren es nur noch 114.»

Der Fitnesstrainer am Oberarm

Gerade für die Motivation seien Sportuhren und Apps beim Laufen ideal, sagt Jogger Mike. «Wir alle sind doch irgendwie gleich. Wir alle wollen Rekorde aufstellen. Wenn einem die Uhr beim Laufen nach einer gewissen Distanz mit einem Blinken einen neuen Rekord anzeigt, ist das umso motivierender.»

Für den langjährigen GP-Läufer Peter gibt es keinen idealeren Laufpartner als seine App. Er rennt schon zum fünfzehnten Mal beim Grand Prix von Bern mit und trainiert nun seit zwei Jahren mit App und Pulsmesser. «Mir geht es einfach darum, meine Zeit von einer Stunde und fünfzehn Minuten zu halten.» Im Gegensatz zum Laufen mit echten Partnern müsse er bei der App niemanden hinterher rennen und es müsse auch niemand auf ihn warten. «Da kann ich mich komplett auf meine eigene Leistung konzentrieren und das Resultat danach am PC auswerten.»

«  Mit der App habe ich den Fitnesstrainer, Laufpartner und Sportpsychologen gleichzeitig dabei. »

Peter
langjähriger GP-Läufer

«Die App zeigt mir an, wie viele Kilometer ich effektiv gelaufen bin, wie schnell ich dabei war, ob ich bei Steigungen nachgelassen habe und wie viele Kalorien ich verbrannt habe», sagt Peter. Damit habe er den Fitnesstrainer, Laufpartner und Sportpsychologen gleichzeitig dabei. «Gerade für den GP selbst ist die App die ideale Laufpartnerin.» So melde sie ihm konstant, wann er zu langsam sei und wo er das Tempo halten könne.

(Regionaljournal Bern Freiburg Wallis 17:30 Uhr)