Heftige Chropfläärete im Berner Stadtrat wegen Wohnungsskandal

Niemand im Berner Stadtparlament goutiert, dass über die Hälfte der vergünstigten Wohnungen der Stadt von Leuten bewohnt werden, die dafür kein Recht haben. Wer an diesem Schlamassel schuld ist und was die richtigen Gegenmassnahmen sind, ist allerdings Ansichtssache.

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Bildlegende: Schwere Zeiten für den Berner Gemeinderat Alexandre Schmidt. Keystone

Am letzten Sonntag wurde aufgrund einer Indiskretion publik, dass mehr als die Hälfte der vergünstigten Stadtberner Sozialwohnungen von Leuten bewohnt sind, die auf diese Subvention kein Recht haben. Am Mittwoch beschloss der Gemeinderat eine externe Untersuchung und Sofortmassnahmen.

Aber der Stadtrat beschloss am Donnerstag trotzdem eine dringliche Debatte. Ein Ventil war es, um den Kropf zu leeren und ordentlich ins andere politische Lager auszuteilen.

Aus Sicht der Parlamentarierinnen und Parlamentarier gibt es mehrere Schuldige: die Verwaltung, die schlampte, die Politik, die nicht hinschaute, der Filz der rotgrünen Regierungsmehrheit, die Scheinheiligkeit der Verantwortlichen oder die hinterhältigen Absichten jener, die sozialen Wohnungsbau sowieso am liebsten abschaffen würden. Der Katalog der Vorwürfe war breit und kontrovers. Allerdings gab es am Donnerstagabend auch noch nichts zu beschliessen. Vorstösse und Entscheide kommen später.