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Bern Freiburg Wallis Homo Faber wird in Bern getanzt

«Frei nach dem gleichnamigen Roman von Max Frisch» ist das Tanzstück Homo Faber gestaltet. Es erzählt die Geschichte nicht von A bis Z, sondern aus der Innenperspektive der Hauptfigur Walter Faber. Den will der Choreograph aufrütteln.

Zwei Tänzer
Legende: Der «Homo Faber» tanzt in Bern mit seinem Schatten. Philipp Zinniker, Konzert Theater Bern

Der rationale Walter Faber in Max Frischs Roman hat bei Felix Landerer Emotionen geweckt. Als er das Buch zum ersten Mal las, erzählt der Choreograph, da hatte das Gefühl, «jemand muss den rütteln und sagen ‹Werde Mensch! Erlaube dir, zusammenzubrechen und zu weinen.›»

Nun hat Felix Landerer im Auftrag von Konzert Theater Bern eine Tanzchoreographie nach Homo Faber kreiert. Dabei stellt er der Hauptfigur mehrere Schatten seiner selbst zur Seite, die ihn zum Beispiel mit seinen unterdrückten Emotionen konfrontieren. Das Stück wird nicht linear erzählt, vielmehr werde ein «geistiger Innenraum Homo Fabers geschaffen».

Auch die Musik wurde eigens für diese Weltpremiere von Homo Faber als Tanzstück geschaffen, von Christoph Littmann. Passend zum technischen Denken des Protagonisten hat er eine Soundlandschaft mit mechanischen Geräuschen kreiert. «Wir haben uns überlegt, wie dieses Stück in Fabers Kopf musikalisch aussehen würde», sagt Choreograph Felix Landerer.

Die Idee, aus dem literarischen Klassiker ein Tanzstück zu machen, kam von Estefania Miranda. Sie leitet seit der aktuellen Saison den Tanz bei Konzert Theater Bern. Sie habe sich für ihre erste Spielzeit in Bern gefragt, welche Themen für die Schweiz und für Bern wichtig seien. Und sie sei bei Max Frisch hängengeblieben.

Es sei ihr wichtig, sagt Estefania Miranda, «dass das Publikum sich mit dem, was wir tun, identifizieren und sich selbst darin wiederfinden kann.» Und die Choreographen, die sie einlade, müssten sich sehr bewusst sein, was sie dem Publikum vermitteln wollten. «Die Arbeit, die wir hier in Bern machen, ist nicht sehr abstrakt.»

Um mehr darüber zu erfahren, was die Bernerinnen und Berner beschäftigt, geht die Tanzdirektorin nach den Vorstellungen auf das Publikum zu und bittet um Feedback. Bei der bisher einzigen Tanzpremiere unter ihrer Leitung («Zero») seien die Rückmeldungen überwältigend gewesen. Nicht nur zum Tanz und zur Choreographie: «Überwältigend auch in der Herzlichkeit, die die Bernerinnen und Berner uns Neulingen hier haben zukommen lassen.»

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