In Bern ist Sandstein das Mass aller Dinge - auch am Denkmaltag

Am europäischen Denkmaltag vom 13. September zeigt die Stadt Bern nicht Denkmäler an sich - sondern den Stoff, aus dem sie gebaut sind. In Bern ist der Sandstein allgegenwärtig. Der Umgang mit ihm hat sich in den letzten Jahren stark verändert.

Nach dem Stadtbrand von 1405 wurde Bern von der Holz- zur Steinstadt. Die Obrigkeit schrieb als Brandschutzmassnahme Fassaden aus Sandstein vor. Sandstein ist für die Steinmetze ein wunderbar zu bearbeitender Baustoff. Aber die Blöcke aus Sedimentgestein verwittern, zudem reagiert Sandstein empfindlich auf verschmutzte Luft und Vandalenakte mit der Farbspraydose.

Das Berufsbild der Steinmetze hat sich stark verändert

Seit Jahrhunderten haben die Steinmetze aus der «Zunft zum Affen» eine grosse Fertigkeit bei der Bearbeitung des Sandsteins erworben. Die Münsterbauhütte zum Beispiel gilt als Kompetenzzentrum von europäischer Bedeutung.

Allerdings haben sich die Verfahren und damit auch der Beruf in den letzten Jahren stark verändert. Die frühere Methode, verwitterte, zuweilen tonnenschwere Sandstein-Fassadenteile ganz auszuwechseln, wird nur noch im Notfall angewendet. «Heute versucht man, möglichst viele Originalteile zu reparieren und zu restaurieren. Neue technische Hilfsmittel wie Injektionen, moderne Spachtel und Mörtel machen dies auch möglich», sagt die stellvertretende Münster-Architektin Annette Loeffel. Zudem seien diese neuen Verfahren viel günstiger.

An den europäischen Tagen des Denkmals am 13. und 14. September wollen die Denkmalpflege der Stadt Bern, die burgerliche «Steinmetz-Zunftgesellschaft zum Affen» und die Münsterbauhütte diesen Wandel und seine Vorteile einem breiten Publikum zeigen.