Unwetter im Kanton Bern In der Region Erlach sind 80 Prozent der Reben zerstört

Die Schweizer Hagelversicherung rechnet nach den Unwettern vom Samstag mit Schäden im Umfang von rund vier Millionen Franken an landwirtschaftlichen Kulturen. Sie erwartet rund 800 Schadenmeldungen, viele aus der Region um den Bielersee.

Vom Hagel beschädigte Trauben in der Region Bielersee. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Vom Hagel beschädigte Trauben in der Region Bielersee. Hans Ineichen/SRF

Hagel und Sturm verursachten am Bielersee, im Berner Seeland und in der Region Niederbipp am Wochenende teils erhebliche Schäden, schreibt die Schweizer Hagelversicherung in einer Mitteilung.

Fabian Teutsch ist Präsident der Rebbaugesellschaft Bielersee. Er sagt, dass die Ertragsausfälle der Winzer in der Region «mehrheitlich 20 Prozent, in der Region Erlach bis zu 80 Prozent betragen». Beeren die angeschlagen sind, trocknen ein und wachsen nicht nach. Es gibt also kleinere Trauben.

Weil es in den vergangenen Jahren häufiger gehagelt habe, hätten viele Winzer sogenannte Hagelseitenschutznetze montiert, sagt Teutsch. Diese würden einen gewissen Schutz bieten.

Unwetter in der ganzen Schweiz

Am Wochenende aber auch am Montagabend hatten Unwetter in den Kantonen Aargau, Bern, Luzern und Solothurn enorme Schäden angerichtet. Es kam zu überschwemmten Kellern und Unterführungen, Hangrutschen und Stromausfällen. Allein aus der Region Zofingen gingen bei der Aargauischen Gebäudeversicherung 1500 Schadenmeldungen ein. Die Zofinger Behörden gehen von einem Schaden in dreistelliger Millionenhöhe aus.

Auch andere Landwirtschaftskulturen sind betroffen

Nicht nur in den Rebbergen gab es Verluste. Von Unwettern beschädigt wurden auch Obstanlagen, Gemüsekulturen und Anbauflächen von Gärtnereien. Die Schadenexperten der Schweizerischen Hagelversicherung werden in den kommenden Tagen beginnen, die Schäden zu erfassen.