«In Thun müssten wir kein Land verbrauchen»

Die BLS will ihre Fahrzeugwerkstatt an einem neuen Standort konzentrieren. Zur Auswahl steht unter anderem auch Thun. Obwohl die Stadt am geplanten Ort schon lange einen Wirtschaftspark realisieren möchte, will sie die BLS-Werkstatt nicht. Die Begleitgruppe der BLS fände Thun als Standort ideal.

BLS-Zug aufgebockt mit Arbeiter, der etwas herumschraubt. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die BLS-Werkstatt braucht viel Platz. Deshalb will die Begleitgruppe sie lieber in Thun als auf der grünen Wiese. Keystone

Unter keinen Umständen will die Thuner Stadtregierung auf dem ehemaligen Armeegelände in Thun Nord die neue Werkstatt für die Fahrzeuginstandhaltung der BLS. Das kommunizierte die Exekutive bereits im Mai, nun hat sie mit einem Mediencommuniqué noch einmal nachgedoppelt.

Dabei wäre der Standort Thun geradezu ideal. Das findet man zumindest in der Begleitgruppe der BLS, die 42 mögliche Standorte geprüft hat und nun drei Varianten weiterverfolgt - nebst Thun auch Konolfingen sowie Bern-West (Oberbottigen, Riedbach). «Thun ist der einzige Standort, an welchem die Werkstatt auf ein bestehendes Gelände gebaut werden könnte. Wir müssten also kein Land verbrauchen», sagt der Präsident der Begleitgruppe, der Langnauer Gemeindepräsident Bernhard Antener. Es gebe viele Mitglieder in der Begleitgruppe, die angesichts der Diskussion um den Kulturlandschutz, Thun deshalb favorisieren würden: «Man hätte es in der Hand, ein Zeichen zu setzen.»

Argument stösst auf Widerstand

In Thun hingegen kommt das Argument nicht besonders gut an: «Die Werkstatt käme zwar auf ein bestehendes Gelände zu stehen, dafür liegt dieses direkt neben einem Wohnquartier. Den Anwohnern können wir die Lärm- und Lichtemmissionen nicht zumuten», sagt der Thuner Stadtpräsident Raphael Lanz. Zudem sei vorgesehen, auf dem ehemaligen Armeegelände Firmen anzusiedeln, deren Arbeitsplätze eine hohe Wertschöpfung garantieren würden.

Die Stadt plant den Wirtschaftspark allerdings schon seit zehn Jahren. Passiert ist noch nicht viel. «Weil stellenweise noch die Armee und der Bund einquartiert sind, ist die Planung für uns nicht einfach», sagt Lanz. Der Planungsprozess sei aber schon so weit fortgeschritten, dass die Ansiedlung der BLS-Werkstatt alles über den Haufen werfen würde. Man werde sich deshalb «mit allen Mitteln» gegen die Werkstatt wehren.

(Regionaljournal Bern Freiburg Wallis 17:30 Uhr)