Kann die FDP ihre Stadtpräsidien im Unterwallis verteidigen?

Siders, Sitten, Martigny, St. Maurice und Monthey: Das sind die fünf grössten Städte im Unterwallis. Vier dieser Städte werden von einem FDP-Präsidenten regiert. Nur Monthey ist in CVP-Hand. Und das, obwohl die CVP Unterwallis rund 3 Prozent mehr Wähler hat als die FDP. Weshalb?

Bei den letzten Grossratswahlen hatte die FDP einen Wähleranteil von 21, 7 Prozent. Der Wähleranteil der CVP Unterwallis liegt rund 3 Prozent höher. Im Kantonsparlament hat die FDP 28 Sitze, die CVP Unterwallis insgesamt 33 Sitze. Dennoch werden vier der fünf grossen Städte im französischsprachigen Kantonsteil von der FDP regiert.

«  Präsidentenwahlen sind Persönlichkeitswahlen »

Serge Métrailler
Präsident der CVP Unterwallis

Vor acht Jahren verlor die CVP das Stadtpräsidium der Kantonshauptstadt Sitten an die FDP. Für Serge Métrailler, Parteipräsident der CVP Unterwallis, ist klar, dass dies vor allem mit der Person Marcel Maurer zusammenhing. «Präsidentenwahlen erfolgen im Majorzsystem und sind vor allem Persönlichkeitswahlen», sagt Serge Métailler. Die CVP hätte das Stadtpräsidium von Sitten gerne zurück. Sie will demnächst einen Kandidaten präsentieren.

Schon bekannt ist der Kandidat der FDP. Die Partei wird mit Philippe Varone ins Rennen steigen. «Philippe Varone ist bereits Mitglied in der Stadtregierung von Sitten. Er ist ein Unternehmer, und ich bin sehr optimistisch, dass er der neue Präsident von Sitten wird», sagt René Constantin, Parteipräsident der FDP. Statt wie bisher 15 Mitglieder, wird der Stadtrat neu nur noch 9 Mitglieder haben. Daher werden laut Serge Métailler die Karten neu gemischt.

«  Die FDP ist optimistisch, dass Anne-Laure Couchepin Vouilloz die Wahl zur Präsidentin von Martigny schafft. »

René Constantin
Parteipräsident FDP Wallis

René Constantin ist zuversichtlich, dass die FDP auch nach Wahlen in vier der fünf grossen Unterwalliser Städten den Präsidenten stellen wird. In Martigny steigt die FDP mit der 39-jährigen Anne-Lore Couchepin Vouilloz ins Rennen. Die Tochter von Alt-Bundesrat Pascal Couchepin wäre bei einer Wahl die erste Frau an der Spitze einer wichtigen Unterwalliser Gemeinde.

Auch die CVP strebt das Präsidium in Martigny an. Sie hofft, dass der amtierender Vizepräsident, Benoît Bender, die Wähler am besten überzeugen kann. Wer die besseren Karten hat, wird sich bei den Gemeinderatswahlen am 16. Oktober bereits abzeichnen.

Die beiden bürgerlichen Parteien sind im Unterwallis deutlich stärker als die grösste linke Partei, die SP. Diese hat im Kantonsparlament 18 Sitze und rechnet sich laut Parteipräsident Gaël Bourgeois nur in Siders gewisse Chancen aus, ein Präsidium erobern zu können. Dort will sie im November voraussichtlich mit Vize-Stadtpräsident Olivier Salamin antreten.