Zahlen zur Gleichstellung Kanton Bern: Mehr Frauen im Beruf, in der Politik harzt es

Die Frauenerwerbsquote ist im Kanton Bern weiter angestiegen und nähert sich mit 80 Prozent jener der Männer weiter an, die bei 90 Prozent liegt. Der Frauenanteil in der Politik hingegen stagniert.

Männer- und Frauenanteil in den politischen Gremien im Kanton Bern.

80 Prozent der 15- bis 64-jährigen Frauen im Kanton Bern arbeiten. Das sind fast so viele wie Männer: Da liegt die Erwerbsquote bei 90 Prozent, wie aus der neusten Statistik der Fachstelle für Gleichstellung von Frauen und Männern des Kantons Bern hervorgeht.

Markante Unterschiede beim Arbeitspensum

Während sich der Abstand zwischen den Geschlechtern bei der Erwerbsquote in den letzten Jahren verringert hat, gibt es aber nach wie vor bedeutende Unterschiede beim Arbeitspensum. 2014 arbeiteten 57 Prozent der Frauen Teilzeit, bei den Männern waren es 14 Prozent.

Das veränderte Arbeitsverhalten von Frauen zeigt sich unter anderem in Paarhaushalten mit Kindern unter sieben Jahren. Unter den verschiedenen Familien- und Erwerbsmodellen wählt heute rund die Hälfte der Paare das sogenannte modernisierte bürgerliche Haushaltsmodell. Dabei arbeitet die Frau Teilzeit, der Mann Vollzeit.

In der Politik harzt es

Während der Frauenanteil im Erwerbsleben kontinuierlich ansteigt, stagniert er in der Politik. Grössere Zuwachsraten wurden dort bis in die 1990er-Jahre registriert, dann kam es zu Einbrüchen.

2014 erreichte der Frauenanteil im Berner Kantonsparlament mit 51 Frauen von 160 Mitgliedern einen Höchststand. 2016 sankt der Anteil auf 45 Grossrätinnen oder 28 Prozent. Bei den Gemeinden sind 26 Prozent der Gemeinderatssitze in Frauenhand.