Zum Inhalt springen

Bern Freiburg Wallis Kanton Bern will grosse Wasserkraftwerke finanziell entlasten

Der Regierungsrat des Kantons Bern will die Wettbewerbsfähigkeit von Grosswasserkraftwerken stärken. Dazu soll auf die vom Bund Anfang 2015 vorgeschlagene Erhöhung der Wasserzinsen verzichtet werden.

Legende: Video Unterstützung für Wasserkraft abspielen. Laufzeit 3:49 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 11.04.2016.

Die Wasserkraft steht wegen historisch tiefer Strompreise unter Druck. Nun handelt der Kanton Bern: Die Regierung will rückwirkend auf die vom Bund ermöglichte Erhöhung der Wasserzinsen verzichten.

Die Reduktion soll rückwirkend per 1. Januar 2015 in Kraft treten. Dadurch entgehen dem Kanton Bern Mehreinnahmen von jährlich rund 3,9 Millionen Franken, sagte Regierungsrätin Barbara Egger vor den Medien.

Der Kanton verzichtet auf Mehreinnahmen von jährlich 3,9 Millionen Franken.
Autor: Barbara EggerRegierungsrätin Kanton Bern

Mit der Gesetzesänderung sollen künftig auch Investitionen in die Wasserkraft gefördert werden. So soll der Grosse Rat weitergehende Reduktionen des Wasserzinses für maximal zehn Jahre beschliessen können, wenn ein Ausbauprojekt im kantonalen Interesse ist, oder wenn der Betreiber in wirtschaftliche Not gerät.

Die Kraftwerkbetreiber begrüssen die Absicht des Kantons: «Wir begrüssen jede Massnahme, welche die Rahmenbedingungen der Stromproduktion verbessert», sagt Daniel Fischlin, CEO der Kraftwerke Oberhasli KWO.

Es ist ein Signal, aber...
Autor: Daniel FischlinCEO KWO

Die Nichterhöhung der Wasserzinsen sei ein Signal, wirklich helfen würden aber erst die nächsten Schritte: «Wenn wir zum Beispiel investieren wollen und uns deshalb der Wasserzins erlassen wird.»

Das letzte Wort in dieser Sache hat der Grosse Rat. Mit der Änderung des Wassernutzungsgesetzes wird er sich in der Septembersession auseinandersetzen. Betroffen von der Vorlage wären zwölf Grosskraftwerke, die dem Kanton Bern jährlich Wasserzinsen in der Höhe von rund 42 Millionen Franken bezahlen.

12 Kraftwerke – 42 Millionen Wasserzins

Felsenau
Hagneck
Aarberg
Niederried-Radelfingen
Wynau
KandergrundSpiezSchiffenen
FlumenthalBannwilMühlebergKWO

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

3 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von M. Roe (M. Roe)
    Das ist doch endlich etwas vernünftiges und zwar für uns Schweizer und nicht für das Ausland. Die Wasserkraft bildet wie die Bauern und die kleinen KMUs (nicht die grossen) unsere Lebensgrundlage. Nur einfach nichts übertreiben, damit es sich nicht ins Gegenteil auswirkt.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Beat Reuteler (br)
    Sinnvoll wäre eine abgestufte Entlastung. Zum Beispiel könnte die Öffentlichkeit sagen dass ein überwiegendes Interesse an bedarfsorientierter Energie besteht und auf dieser Basis die Speicherwerke besonders entlasten. Ausserdem könnte die Frage aufgebracht werden ob die Pumpspeicherwerke den Wasserzins für das Wasser das über die Turbinen läuft nur einmal bezahlen sollten, für jedes weitere Mal investiert das Werk ja Energie und braucht kein zusätzliches Wasser. Oder ist das bereits so?
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Alex Bauert (A. Bauert)
    Die Wasserzinsen nicht erhöhen ist sicher kein Problem für den Grossen Rat. Der hat sich ja massive Erhöhungen bei den Sitzungsgeldern zugesprochen und spart bei der Sozialhilfe. Warum nicht die Strompreise erhöhen? Es sind sowieso «Gebühren» ohne Auswahl für die NormalbürgerInnen. Die Unternehmen können Billigstrom beziehen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen