Kanton Freiburg sichert sich Platz für seine Kulturgüter

Der Kanton Freiburg kauft das Gebäude der Buchbinderei Schumacher. Der Kanton will dort künftig seine Kulturgüter lagern. Die grösste Buchbinderei der Schweiz kämpft seit Jahren mit Umsatzrückgang. Die Firma bleibt als Mieterin im Gebäude.

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Umstrittener Kauf

5:30 min, aus Schweiz aktuell vom 7.9.2016

Der Grosse Rat des Kantons Freiburg hat 30 Millionen Franken gesprochen für den Kauf und den Umbau des Gebäudes der Buchbinderei Schumacher in Schmitten. Der Kanton Freiburg will künftig in diesem Gebäude an der Bahnlinie zwischen Bern und Freiburg seine Kulturgüter lagern. Aktuell sind diese auf zwanzig Standorte verteilt. «Wir haben nirgendwo mehr Platz», erklärt Staatsrat Jean-Pierre Siggen.

«  Wir haben niergendwo mehr Platz. »

Jean-Pierre Siggen
Freiburger Staatsrat

Er wehrt sich dagegen, dass dieser Deal nur zustande gekommen ist, um der angeschlagenen Buchbinderei unter die Arme zu greifen. Man habe andere Standorte abgeklärt und sogar einen Neubau erwogen. «Das wäre teurer geworden.» Freiburg braucht in den kommenden 30 Jahren rund 20'000 Quadratmeter Lagerfläche für seine Kulturgüter.

«  Wir verlieren viel Marktanteil ans Ausland. »

Raoul Philipona
Direktor der Buchbinderei Schumacher

Die Schumacher AG beschäftigt 120 Mitarbeiter. Halb so viele wie noch vor ein paar Jahren. Der starke Schweizer Franken mache dem Unternehmen zu schaffen, sagt Direktor Raoul Philipona. «Wir verlieren viel Marktanteil ans Ausland.» Die Firma will sich künftig zu einem Kompetenzzentrum für Archive, Bibliotheken und Kulturgüter werden. «Wir haben das Fachwissen.» Die Schumacher AG wird zur Mieterin und hofft auf Aufträge des Kantons.