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Kantonales Konzept «Gewalt in Paarbeziehungen ist keine Privatangelegenheit»

Der Kanton Freiburg hat Massnahmen erarbeitet, um Gewalt in Paarbeziehungen vorzubeugen.

Legende: Audio Gewalt in Paarbeziehungen – ein Betroffener erzählt abspielen. Laufzeit 04:35 Minuten.
04:35 min, aus Regionaljournal Bern Freiburg Wallis vom 03.09.2018.

Die 33 Massnahmen seien ausgerichtet auf Opferberatung und -betreuung, Schutz von Kindern, Prävention bei den Jugendlichen, Ausbildung der Fachpersonen oder Sensibilisierung des Justizwesens, schreibt der Kanton Freiburg in einer Mitteilung.

Sie sind Teil eines neuen kantonalen Konzepts gegen Gewalt in Paarbeziehungen, an dem alle beteiligten Stellen mitgewirkt haben: Politik, Justiz und Polizei, aber auch Beratungsstellen, Spitäler oder das Frauenhaus.

Kosten für die Gesellschaft

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Einer Schweizer Studie zufolge erfährt jede fünfte Frau mindestens einmal in ihrem Leben Gewalt durch ihren Partner. Neben schwerwiegenden Folgen für die Betroffenen enstünden daraus auch hohe Kosten, so die Freiburger Regierung: Schweizweit würden mindestens 164 Millionen Franken direkte Kosten (Spitäler, Justiz, Hilfseinrichtungen usw.) und 40 Millionen Franken indirekte Kosten (bezahlte oder unbezahlte Arbeitsunfähigkeit) entstehen.

Mit der Verabschiedung des Konzepts wolle der Staatsrat ein klares Zeichen setzen, heisst es in der Mitteilung weiter: «Gewalt in Paarbeziehungen ist keine Privatangelegenheit mehr, sie betrifft die ganze Gesellschaft.»

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Franz NANNI (igwena ndlovu)
    Und was unternimmt der Kanton gegen psychische Gewalt... so zB Verweigerung der ehelichen Pflichten, oder "Kleinmachen" des Partners oder des/der Kinder... ?
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  • Kommentar von Urs Dupont (udupont)
    Vielleicht müsste das Thema etwas umfassender analysiert werden. Klar, wenn es um physische Gewalt geht, sind meistens Männer die Übeltäter. Drastisch umgekehrt sieht es aus, wenn es um psychische Gewalt, Erpressung und finanzielle Ausbeutung geht, was oft ersterem vorangeht. Aber darüber schweigen die Medien und so wie es bei einer Scheidung heute ja keine Rolle mehr spielt - egal wie schlimm sich ein Partner verhalten hat - so wird das, was sich vor einer Gewalttat ereignete, auch ignoriert.
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    1. Antwort von Cara Schneider (cs110)
      Wahrsch. nicht möglich. Eine Gewalttat ist eine Straftat, deswegen kann der Staat hier eingreifen. Aber bei den anderen von Ihnen erwähnten Dingen (bei denen ich von beiden Geschlechtern Beispiele kenne) sind im Normalfall keine Straftaten, ergo kann der Staat sich da auch nicht einmischen. Zudem: Bei Ihrem Beitrag tönt es so dass ein Mensch manchmal Gewalt in der Beziehung durch Fehlverhalten herausfordert (verdient?). Und das darf nie und nimmer sein, egal wie schlimm sich jemand verhält!
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