Kinosterben in Bern Kino Alhambra schliesst die Tore

Wieder verliert die Berner Innenstadt einen Kinosaal. Die Kitag AG schliesst das Kino Alhambra per Ende Jahr. Der Berner Stadtpräsident bedauert die Entwicklung. Jedoch hätte man viel früher reagieren müssen.

Ansicht Kino-Eingang mit Schriftzug «Alhambra» Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Per Ende Jahr ist hier Schluss: Kino Alhambra in Bern. Urs Gilgen/SRF

Es ist bereits der vierte Saal innert kürzester Zeit, den die Kitag AG schliesst. 2015 schloss sie das Kino Rex, ein neuer Betreiber übernahm das Haus daraufhin. 2016 machte das Kino Royal dicht. Auch im Kino Capitol ist bald Lichterlöschen. Und nun ist es also auch im Alhambra an der Maulbeerstrasse so weit. Die Kitag AG bestätigt die Schliessung und argumentiert, die Innenstadtlage würde sich nicht mehr rechnen. Daher werde es noch weitere Schliessungen geben, sagt Geschäftsleiter Philippe Täschler.

Multiplex statt Innenstadt

Rechnen soll sich aber das Multiplexkino in der Gemeinde Muri, das die Kitag AG betreiben wird. Zehn Kinosäle entstehen dort. Die Eröffnung ist laut Philippe Täschler für Frühling 2018 vorgesehen. Man wolle dort ein modernes Kino für jede Altersgruppe schaffen.

«  In der Berner Innenstadt hätten Multiplexkinos entstehen müssen. »

Alec von Graffenried
Stadtpräsident Bern

Der Berner Innenstadt gehen dadurch nicht nur Besucherinnen und Besucher verloren. Das Kinoerlebnis werde generell fehlen, ist Stadtpräsident Alec von Graffenried überzeugt. Aber die Entwicklung sei nicht mehr aufzuhalten: «Die Kinobetreiber hätten viel früher neue Angebote in den Städten schaffen müssen, mit Events und Gastroangeboten». Die Multiplexkinos hätten für von Graffenried also in der Innenstadt entstehen müssen.

Als Beispiel dafür nennt von Graffenried das Kino Rex in Thun: «Da ist ein Multiplex an bester Lage errichtet worden. Sogar Berner fahren dorthin, um Filme zu schauen.» Um die Berner Innenstadt macht sich der Stadtpräsident dennoch keine Sorgen: «Bern wird das verkraften. Es gibt genügend andere Angebote.»

(Regionaljournal Bern Freiburg Wallis, 06:32 Uhr)