König Fussball in Freiburg nur auf der Ersatzbank

Der einst stolze NLA-Verein FC Freiburg steht vor einem Scherbenhaufen. Der Präsident hat letztes Jahr frustriert das Handtuch geworfen, Fans kommen kaum noch an die Spiele, Sponsoren springen ab.

Blick von der Sitzplatztribüne des FC Freiburg auf das Eisstadion St. Léonard. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Im Schatten des grossen Nachbarn: Das Stadion des FC Freiburg, im Hintergrund die Eishalle St. Léonard. SRF

Das grösste Problem des FC Freiburg sind seine Nachbarn. Ein Steinwurf vom Fussballstadtion entfernt steht die Eishalle des HC Freiburg-Gottéron und die Basketballhalle von Freiburg Olympic. In der Schweiz ungewohnt, in Freiburg aber Tatsache: In der Hierarchie dieser Sportarten ist Fussball nur die Nummer drei.

«Es war nie einfach für den FC Freiburg, neben den grossen Clubs Gottéron und Olympic Sponsoren zu finden», klagt Interimspräsident Heribert Brülhart. «Aber Erfolg oder Misserfolg sind nun halt eng mit dem Budget eines Vereins verknüpft.»

Lange war die Hierarchie umgekehrt: 1954 spielte der FC Freiburg im alten Wankdorfstadion um den Schweizer Cup, bis in die 70er Jahre war der Club regelmässig in der NLA vertreten. In den 80ern kam dann der Aufstieg Gottérons in die NLA. Der FC spielte fortan in der NLB und stieg 1994, als Gottéron um den Schweizermeistertitel spielte, in die 1. Liga ab, wo der Club bis heute spielt.

Gottéron-Direktor Raphaël Berger sieht seinen Verein aber nicht als Hauptschuldigen für den sportlichen Abstieg des FC Freiburg: «Fussball ist zu einem Grossstadtsport geworden, da hat es Freiburg schwer.» Gleicher Meinung ist Olympic-Präsident Philippe de Gottrau: «Freiburg ist zu klein für Spitzenfussball.»

Fünf Jahre für 3,5 Millionen Franken

Heribert Brülhart, Interimspräsident des FC Freiburg, will dieses Schicksal nicht akzeptieren: «Die 1. Liga interessiert keinen, wir wollen zurück in die Challenge League.»

Portrait von Heribert Brülhart Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Heribert Brülhart SRF

Innert fünf Jahren sollte dies möglich sein, glaubt Brülhart. Sofern es dem neuen Präsident gelingt, die nötigen Geldgeber zu finden. Denn das heutige Budget von rund 480'000 Franken sei sogar für die 1. Liga bescheiden. «Für die Challenge League brauchen wir ein Budget von rund 3,5 Millionen Franken.»