Illegaler Pestizideinsatz Kontrollen nicht für alle Walliser Winzer gleich streng

Die Parzellen der Hobbywinzer werden kaum überprüft. Die Behörden setzen lieber auf Weiterbildung. Mit mässigem Erfolg.

Zwei Männer arbeiten in einem Rebberg, im Hintergrund die Stadt Sitten. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Viele Walliser Reben werden von Laien bewirtschaftet. Nicht alle halten sich an die Vorschriften. Keystone

Das kantonale Walliser Weinbauamt unterscheidet zwischen Profis und Laien: Winzer, welche Direktzahlungen erhalten, werden jährlich kontrolliert. Bei den vielen Laien, die rund einen Drittel der Walliser Rebfläche besitzen, gibt es kaum Kontrollen. Diese Laien seien für den Grossteil der illegal eingesetzten Pestizide verantwortlich, heisst es bei der Walliser Dienststelle für Landwirtschaft. In den letzten Tagen wurde bekannt, dass Walliser Winzer sich um Vorschriften foutieren.

Bei Gewässerkontrollen haben die Walliser Behörden nach den Wochenenden einen Anstieg der Schadstoffe beobachtet. Das sei ein Hinweis darauf, dass Hobbywinzer in der Freizeit zum Teil wider besseren Wissens Herbizide auf den Boden spritzen würden, sagt Léonard Dorsaz von der Dienststelle für Landwirtschaft.

«  Wir haben viel investiert in Information. Das Resultat ist unbefriedigend. »

Léonard Dorsaz
stv. Leiter Dienststelle für Landwirtschaft

Der Kanton setzte bisher vor allem auf Aufklärung. Die Weiterbildungskurse in Zusammenarbeit mit Branchenorganisationen brachten aber nicht den gewünschten Erfolg. Der Kanton Wallis will nun mit einem Aktionsplan reagieren, der unter anderem strengere Kontrollen auch für Hobbywinzer vorsieht.

Illegaler Pestizideinsatz: Walliser Behörden schauen weg

Ein Bericht der Denkwerkstatt Vision Landwirtschaft prangert den illegalen Einsatz von Pestiziden an. Zum Beispiel werde der Mindestabstand von 20 Metern zu Wäldern und Bächen systematisch missachtet. Und zwar seit Jahren. Offensichtlich kontrollieren die Behörden viel zu wenig.

Gegenüber «Kassensturz» von SRF räumt Stéphane Emery von der Dienststelle für Landwirtschaft des Kantons Wallis ein, dass auf verschiedenen Parzellen in Rebbergen die Schutzstreifen zu Bächen fehlen und Pestizide illegal angewandt werden. Und dass die Kontrollen nicht genügen: «Zurzeit werden die Kontrollen von einer externen Stelle ausgeführt. Wir müssen leider feststellen, dass diese Kontrollen nicht reichen, um auf diese illegalen Praktiken aufmerksam zu machen».

Die Behörde will deshalb selber zusätzliche Kontrollen durchführen: «Um die Parzellen entlang der Bäche besonders genau zu kontrollieren. Im Falle eines Verstosses werden Sanktionen ergriffen.» Die Kontrollen sollen in diesem Jahr oder spätestens 2018 stattfinden.

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