Krankenkassen: Knausriges Bern bei Prämien-Verbilligungen

Prämienverbilligungen wirken immer weniger, wie das Bundesamt für Gesundheit (BAG) festgestellt hat. Die Zahlen zeigen auch: Nirgends ist die Belastung so hoch wie in Bern.

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Bildlegende: Hohe Krankenkassenprämien in Bern – und tiefe Verbilligungen. Keystone

Zwei Beispiele im «Monitoring zur Wirksamkeit der Prämienverbilligung» verdeutlichen, wie hoch die Belastungen durch die Krankenkassenprämien im Kanton Bern sind:

  • Ein Paar mit zwei Kindern bezahlt im Kanton Bern – nach Abzug der Prämienverbilligungen – durchschnittlich 11'173 Franken pro Jahr, soviel wie in keinem anderen Kanton. Im Vergleich: Im Kanton Freiburg sind es 7111 Franken, im Wallis 5985 Franken.
  • Ein 24-Jähriger, der alleine wohnt und arbeitet, bezahlt in Bern im Schnitt 4509 Franken pro Jahr, ebenfalls deutlich mehr als in Freiburg (2794 Franken) und im Wallis (3324 Franken).

Mehr Prämien – weniger Verbilligungen

Dass Bernerinnen und Berner im Schweizer Schnitt mehr Prämien bezahlen müssen, hat auch damit zu tun, dass der Kanton Bern am wenigsten Verbilligungen bezahlt: im Schnitt 317 Franken pro Bürger und Jahr. In Freiburg und im Wallis sind es mehr als 500 Franken im Jahr.

Personen in bescheidenen wirtschaftlichen Verhältnissen im Kanton Bern zahlen im Schnitt 17 Prozent des verfügbaren Einkommens an Krankenkassenprämien. Auch diese Zahl liegt weit über dem Schweizer Durchschnitt von 12 Prozent.