Krankenkassenprämien: Berner Regierung will keine Schwarze Liste

Immer mehr Menschen bezahlen ihre Krankenkassenprämien nicht. Auch im Kanton Bern. Deshalb führen eine Reihe Kantone eine Schwarze Liste. Mit gutem Erfolg, sagt zum Beispiel Luzern. Aber die Berner Regierung lehnt eine solche Liste ab.

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Bildlegende: Bei Krankenkassenprämien verzichten immer mehr Leute auf den Griff ins Portemonnaie. Keystone

Die Kantone müssen den Krankenkassen 85 Prozent der Prämien rückerstatten, die Bürgerinnen und Bürger nicht bezahlen. Das kostete den Kanton Bern im vergangenen Jahr rund 35 Millionen Franken. Kann eine Schwarze Liste Abhilfe schaffen, fragte das Kantonsparlament.

Allerdings will die Berner Regierung davon nichts wissen. Die Liste müsste tagesaktuell sein, weil säumige Zahler nur noch die medizinische Nothilfe beanspruchen könnten. Deshalb ist die Liste nur eingeschränkt einsichtbar, zum Beispiel für Ärzte oder Spitäler.

Der Regierungsrat stellt sich auf den Standpunkt, der Spielraum für ärztliche Fehlentscheide sei zu gross und der administrative Aufwand zu teuer. Zudem seien Leute betroffen, die betrieben würden. Von «nicht zahlen wollen» könne keine Rede sein.

Andere Kantone, zum Beispiel Luzern, haben mit einer solchen Liste allerdings gute Erfahrungen gemacht. Luzern sagt, ohne die Schwarze Liste wäre die Zahl der Prämien-Ausfälle noch viel höher.