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Luchs im Berner Oberland Luchse machen der Berner Regierung Beine

In manchen Gegenden im Oberland hat es doppelt so viele Luchse wie geplant. Nun will die Regierung aktiv werden.

Legende: Video Diskussion um Berner Luchsbestand abspielen. Laufzeit 03:33 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 07.06.2018.

Das Konzept des Bundes sieht vor, dass auf 100 Quadratkilometer 1,5 Luchse leben. Wie eine neue Studie der Wildtierfachstelle Kora zeigte, ist in einzelnen Gebieten im Berner Oberland der Luchsbestand jedoch doppelt so hoch wie geplant.

Das habe Folgen für Rehe und Gämsen, deren Bestände seien massiv geschrumpft und der Luchs konkurrenziere die Jägerinnen und Jäger, monierten Vertreter aus der SVP in einem Vorstoss im Kantonsparlament. Sie verlangten, der Kanton Bern solle beim Bund vorstellig werden, um den Luchsbestand selbstständig regeln zu können. Wie, liess der Vorstoss offen.

Die derzeitige Haltung des Bundes

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Grundsätzlich fördert der Bund die Ausbreitung des Luchses in der Schweiz. Die Wiederansiedlung 1971 folgte einem Bundesratsbeschluss. Die Präsenz von Luchsen solle allerdings nicht zu unzumutbaren Einschränkungen in der Nutztierhaltung führen.

Kantone können für einzelne Luchse eine Abschussbewilligung erteilen, wenn diese «erhebliche Schäden verursachen». Und wenn der Luchs «den Wildbestand übermässig vermindert», können die Kantone mit Bewilligung des Bundes einen regional hohen Luchsbestand regulieren, heisst es im Luchskonzept, Link öffnet in einem neuen Fenster.

Mit ihrem Ansinnen stand die SVP im Berner Grossen Rat ziemlich alleine da. Nur die EDU unterstützte das Anliegen in Form einer Motion. Alle anderen bürgerlichen Parteien sprachen sich für die abgeschwächte Form des Postulates aus. Links-Grün lehnte das Anliegen grundsätzlich ab.

Der Druck aus dem Berner Oberland hat aber etwas erreicht, auch wenn das Parlament die Regierung nicht dazu verpflichtete, den Luchsbestand zu regeln: Die Berner Kantonsregierung hat von sich aus entschieden, die Akteure an einen Tisch zu bringen und mit ihnen Gespräche zu führen. Dazu gehören Fachleute, Jäger, Tierschutz- und Umweltorganisationen. Hinzu kommt, dass die Regierung auf den Bund warten will, weil dieser zurzeit das Jagdgesetz revidiert, das den Umgang mit Grossraubtieren wie Bär, Wolf und Luchs regelt.

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Stephan Poetsch (StephanP)
    Die „Jägerei“ ist reines Prestige–Gehabe, kein einziger „Jäger“ würde nicht überleben, ohne sein selbst geschossenes Fleisch. Wozu also das Gejammere um die „Konkurrenz“ im Wald???
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  • Kommentar von Hanspeter Müller (HPMüller)
    Zuerst die Raubtiere dezimieren. Und dann jammern, wenn Rehe und Gämsen die jungen Bäume anknabbern und deshalb die Schutzwälder keine Schutzwälder mehr sind. Und noch mehr jammern, wenn die Wildschweine Aecker umpflügen. Und dann ganz laut nach Subventionen bezahlt von unseren Steuern rufen.
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  • Kommentar von A. Keller (eyko)
    Rehe und Gämsen, deren Bestände seien massiv geschrumpft und der Luchs konkurrenziere die Jägerinnen und Jäger. Wildtiere ernähren sich von Wildtieren. Hat die BE-Regierung noch nie davon gehört? Rehe, Gämse etc. sind nicht das Vorrecht für Jäger für Ihre Schiesseslust. Würde nicht soviel Wild geschossen, gäbe es auch keine Konkurrenz der Wildtiere. Es ist erschreckend wie wir die Natur- und Wildtierwelt beurteilen. Der Mensch kann doch nicht alles nur für sich beanspruchen.
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