Maja Neuenschwander: «Das Laufen erdet mich»

Die Berner Marathonläuferin hat 2015 den Schweizer Rekord im Marathon geknackt und ihre Bestzeit um fast drei Minuten verbessert. Das hat ihr nicht nur Anerkennung gebracht. Ein Gespräch über Momente, in denen an ihrer Leistung gezweifelt wurde, ihr Erfolgsrezept und Freiheit im Spitzensport.

Maja Neuenschwander steht vor einer roten Wand. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die Berner Marathonläuferin Maja Neuenschwander hat ein erfolgreiches Jahr hinter sich. Mireille Guggenbühler / SRF

Mit einer Zeit von 2 Stunden 26 Minuten und 43 Sekunden hat sich die Berner Marathonläuferin Maja Neuenschwander im vergangenen Jahr selbst übertroffen. Sie hat die Schweizer Rekordmarke um fast eine Minute unterboten und ihre persönliche Bestleistung um nahezu drei Minuten verbessert.

Dieser Erfolg kommt nicht von ungefährt: Seit Jahren trainiert Maja Neuenschwander unter dem Trainerduo Sandra Gasser und Beat Aeschbacher. Vertrauen in die Trainer zu haben sei etwas vom Wichtigsten, sagt Maja Neuenschwander. Dennoch bezeichnet die Läuferin ihre Trainer nicht als ihre Freunde.

«  Wir trennen Sport und Privates, das macht es leichter. »

Maja Neuenschwander

Nebst ihren langjährigen Trainern ist auch Neuenschwanders Umfeld wichtig für ihren Erfolg. Und sie fügt noch einen weiteren Erfolgsfaktor an: «Es braucht einen Berner Gring, man muss in einem positiven Sinn also stur sein, um Erfolg zu haben.»

Im Winter fliegt Maja Neuenschwander jeweils für mehrere Wochen ins Laufmekka Kenia. Dort findet sie nicht nur wärmere Temperaturen, sondern auch ein «inspirierendes Umfeld», wie sie sagt. Sie müsse dort nicht erklären, weshalb sie als Beruf Läuferin angebe, sagt sie. Dass sie dabei ihre Familie für mehrere Wochen nicht sieht, das müsse sie in Kauf nehmen, sagt Neuenschwander.

«  Ich werde regelmässig getestet, ich halte die Spielregeln ein. »

Maja Neuenschwander

Bisher ging es im sportlichen Leben der Berner Läuferin stets aufwärts. Doch auch sie erlebt schwierige Momente. Etwa dann, wenn angezweifelt wird, dass sie ihre Rekordleistung sauber erbracht hat. Es sei kein schönes Gefühl, wenn man als Athletin unter Generalverdacht stehe, sobald man eine gewisse Leistung erbringe, sagt Neuenschwander.

«Ich kann nur meine Gegenargumente vorbringen: Ich werde regelmässig getestet, ich halte die Spielregeln ein. Aber was andere Leute über mich denken, kann ich trotz dieser Argumente am Ende nicht beeinflussen.» Es brauche deshalb eine gewisse Coolness, über dem zu stehen, was andere von ihr denken würden.

Regionaljournal Bern Freiburg Wallis, 17:30 Uhr