Montreux Jazz Festival Mathieu Jaton: «Dort bin ich einfach Mathieu von Attalens, Punkt»

Der Freiburger Direktor des Jazz-Festivals, welches am Freitag beginnt, spricht über den Geist von Montreux, seine Heimat Freiburg und das Paradox, sich als Festivalleiter eine eigene Band zu wünschen.

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Zwei Fragen an den Festival-Direktor

0:47 min, vom 29.6.2017

Mathieu Jaton über ...

  • ... das Erbe Claude Nobs': «Das Montreux Jazz Festival ist Claudes Baby, nicht meines. Ich versuche nur, sein Werk weiterzuführen und weiterzuentwickeln.»
  • ... seine eigene Handschrift:
    «Natürlich muss man sich immer neu erfinden, kreativ sein, neue Ideen entwickeln. Statisch bleiben ist keine Option, vor allem nicht für Montreux. Und Copy-Paste ist auch nicht mein Ding, es muss sich immer etwas verändern.»
  • ... den Geist von Montreux: «Ich mag den Ausdruck, dass wir die Schallplatte unter den Festivals sind. In einer Musik-Welt, in der alles immer grösser und gigantischer sein muss, geben wir bewusst Gegensteuer. Wir schätzen vor allem die intimen Momente mit den Künstlern, Montreux soll nice and beautiful bleiben.»

Mathieu Jaton und Montreux

1992 traf Mathieu Jaton erstmals Festivalgründer Claude Nobs, als er ihn (ohne Erfolg) von seiner damaligen Band überzeugen wollte.
1995 begann Jaton, während seines Studiums an der Hotelfachschule Lausanne, für Claude Nobs zu arbeiten, indem er den Empfang der Musiker organisierte.

1999 stieg Mathieu Jaton fix beim Festival ein. Zunächst als Verantwortlicher für Sponsoring und Marketing, ab 2001 war er Generalsekretär und wurde von Claude Nobs als sein Nachfolger aufgebaut.

2013, nach dem Unfalltod von Claude Nobs, übernahm Jaton die Leitung des Festivals.

Der Festivaldirektor über ...

  • ... einen möglichen Auftritt am eigenen Festival: «Das ist ein alter Traum, aber ich habe nicht mehr das Können dazu. Es ist ja paradox, ich habe aufgehört, Musik zu machen, als ich angefangen habe, für ein Festival zu arbeiten. Die Musik fehlt mir, irgendwann finde ich wieder die Zeit dazu.»
  • ... seine Freiburger Heimat: «Ich mag das Traditionelle an Freiburg, die Authentizität meines Dorfes Attalens, es gibt keine Klassenunterschiede, man mag die einfachen Sachen. In Attalens bin ich nicht der Direktor des Montreux Jazz Festivals, sondern einfach Mathieu von Attalens, Punkt.»

Drei Fragen an Mathieu Jaton

Welches war ihr erstes Album?
Die erste CD von Terence Trent D'Arby. Mein Bruder hat mir zu Weihnachten eine Stereoanlage geschenkt – mit dieser CD. Die übrigens immer noch sehr gut ist!
Das erste Konzert?
Das war B.B. King hier am Montreux Jazz Festival, im Casino. Ich war um die 13 Jahre alt.
Wen möchten Sie unbedingt in Montreux sehen?
Darf ich drei nennen? Paul McCartney, die Foo Fighters und U2 akkustisch.

(Regionaljournal Bern Freiburg Wallis, 17:30 Uhr)